Heute ist der 18.04.2026 und die medizinische Landschaft in Mariahilf hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Im Ordensspital Barmherzige Schwestern, unter der Leitung von Bernhard Schönthoner, leitender Oberarzt der Zentralen Aufnahme und Erstversorgung (ZAE), wird die internistische Notfallambulanz durch ihre umfassenden Leistungen immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt für die Patientenversorgung in Wien. Seit dem Ausbau vor rund einem Jahr hat sich die Ambulanz zu einem Ort entwickelt, wo täglich rund 35 Patienten behandelt werden. Bereits am Vormittag kommen viele mit der Rettung, während der Rest oft zu Fuß eintrifft, um sich bei akuten Gesundheitsproblemen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen helfen zu lassen.
Die Notfallambulanz hat von Februar 2025 an täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Mit einer durchdachten Raumaufteilung, die einen Erstuntersuchungsraum, einen Großbehandlungsraum mit getrennten Kojen und zwei Isolierzimmer umfasst, wird auf die verschiedenen Bedürfnisse der Patienten eingegangen. Die Struktur folgt dem Manchester-Triage-System, sodass Patienten mit den dringendsten Anliegen sofort behandelt werden können. Besonders hervorzuheben ist, dass Patienten mit roten und orangefarbenen Armbändern nur null bis fünf Minuten warten müssen, was in Notfällen entscheidend sein kann.
Die Entwicklung der Ambulanz und der Ordensspitäler
Die neue Ambulanz ist Teil einer umfassenden Entwicklung in den Wiener Ordensspitälern, die sich verstärkt auf die ambulante Versorgung konzentrieren. Geschäftsführer Thomas Pavek rechnet für 2025 mit rund 4.000 Rettungszufahrten und etwa 3.000 Patienten, die eigenständig in die Ambulanz kommen. Die Zahlen sprechen für sich: In den sieben Ordensspitälern wurden im Jahr 2025 insgesamt rund 480.000 Patienten betreut, wobei die stationären Aufnahmen leicht gesunken sind, während die ambulanten Behandlungen um rund zehn Prozent gestiegen sind.
Kaufmännischer Direktor Günter Pacher kündigte an, die stationären Betten von 411 auf 362 zu reduzieren und gleichzeitig die tagesklinischen Eingriffsräume von zwei auf sechs zu erhöhen. Auch die ambulanten Untersuchungsplätze sollen von rund 50 auf 85 erweitert werden. Diese Maßnahmen folgen dem regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG), der die Ordensspitäler digitaler und ambulanter gestalten möchte. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Vorgaben des Wiener Gemeinderats, der eine Fördersumme von 174 Millionen Euro für die Ordensspitäler beschlossen hat, gekoppelt an die Vorgabe, die stationären Behandlungen von Gastpatienten auf 60 Prozent im Vergleich zu 2019 zu reduzieren.
Die Zukunft der Gesundheitsversorgung
Mit diesen Änderungen wird klar, dass die Ordensspitäler einen klaren Trend hin zu einer effizienteren und patientenorientierteren Versorgung einschlagen. Die ambulante Behandlung gewinnt zunehmend an Bedeutung, und die Zahlen belegen, dass die Wiener Bevölkerung diese Angebote auch intensiver in Anspruch nimmt. So wurden im Jahr 2025 über 58.900 Operationen durchgeführt, und es gab 11.590 Rettungszufahrten.
Die Ordensspitäler sind damit nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitswesens in Wien, sondern auch ein Vorbild für andere Regionen, wenn es darum geht, die Qualität und Zugänglichkeit der medizinischen Versorgung zu verbessern. Die Herausforderungen, die die Gesundheitsversorgung in den kommenden Jahren mit sich bringen wird, werden durch innovative Ansätze und eine klare Fokussierung auf die ambulante Versorgung angegangen. So bleibt zu hoffen, dass die positiven Entwicklungen im Ordensspital Barmherzige Schwestern auch weiterhin einen nachhaltigen Einfluss auf die Gesundheit der Wiener Bevölkerung haben werden.