In einem bedeutenden Wechsel an der Spitze des Bezirks Mariahilf hat Julia Lessacher ihr neues Amt als Bezirksvorsteherin angetreten. Die 20-jährige Erfahrung in der Bezirksvertretung, davon fünf Jahre als Stellvertreterin von Markus Rumelhart, der aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, wird ihr dabei zugutekommen. Lessacher hat in den letzten Monaten bereits interimistisch den Bezirk geleitet und kennt die Herausforderungen bestens. Diese umfassen vor allem die Probleme rund um den Gürtel, insbesondere in der Umgebung der U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße und dem Fritz-Imhoff-Park, wo Anrainer über nächtlichen Lärm, Müll und Drogenexzesse klagen. Das berichtet der Kurier.

Julia Lessacher hat ihre Stelle in der Kommunikationsabteilung des Sozialdemokratischen Wirtschaftsbundes (SWV) gekündigt und widmet sich nun voll und ganz ihrem neuen Amt. Bei ihrem Amtsantritt sieht sie sich mit aktuellen Themen konfrontiert, wie der Umgestaltung der Gumpendorfer Straße, die aufgrund eines Sparprogramms gestoppt wurde. Es sind lediglich kleine Einzelmaßnahmen, wie die Priorisierung der öffentlichen Verkehrsmittel auf der Gumpendorfer Straße und die Prüfung alternativer Haltestellen für die Buslinie 57A, geplant. Zudem wird die Neugestaltung der Windmühl-, Fillgrader- und Theobaldgasse nach den Fernwärme-Arbeiten umgesetzt. In Bezug auf die Mariahilfer Straße sind größere Umbauten erst nach Abschluss der U-Bahn-Baustelle vorgesehen.

Drogenproblematik im Bezirk

Ein zentrales Anliegen von Lessacher ist die Bekämpfung des Drogenproblems in ihrem Bezirk. Sie fordert ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen den Drogenhandel und eine bessere Abstimmung zwischen den Bundesländern, da viele Drogenprobleme Personen aus anderen Regionen betreffen. Die Anwohner haben bereits von offenem Drogenkonsum, herumliegenden Spritzen und verschmutzten WC-Anlagen berichtet. Die Situation ist nicht nur auf Mariahilf beschränkt; auch im angrenzenden Bezirk Margareten gibt es ähnliche Herausforderungen, wie Bezirkschef Michael Luxenberger (Grüne) betont. Ein Sicherheitsgipfel wurde einberufen, um gemeinsam mit Polizei, Wiener Linien und Sucht- und Drogenkoordination Wien Lösungen zu diskutieren. Das berichtet Heute.

Ein erster Schritt von Lessacher zur Verbesserung der Situation ist die Planung, den Fritz-Imhoff-Park einzuzäunen und nachts abzusperren. Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf etwa 60.000 Euro. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, nächtliche Ruhestörungen zu reduzieren und dem Müllproblem entgegenzuwirken. Die Anwohner erhoffen sich durch diese Maßnahmen eine spürbare Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Ausblick auf die kommenden Monate

Die kommenden Monate werden für Julia Lessacher entscheidend sein, um die Herausforderungen in Mariahilf anzugehen. Neben der Drogenproblematik und der Umgestaltung der Gumpendorfer Straße wird sie auch einen neuen WC-Standort prüfen müssen, nachdem eine bestehende Anlage wegen Wasserschadens gesperrt wurde. Die Priorität liegt klar auf der Schaffung eines sicheren und lebenswerten Umfelds für alle Bürgerinnen und Bürger. Mit ihrem Erfahrungshorizont und einem klaren Fokus auf die Probleme im Bezirk ist Lessacher optimistisch, dass sie positive Veränderungen herbeiführen kann.