In Wien hat das Projekt „Stepping Stones“ jüngst für Aufsehen gesorgt, indem es Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Loquaiplatz und der Mittelschule Kopp die Möglichkeit gab, aktiv an politischen Prozessen teilzuhaben. Initiiert vom Kinderbüro der Universität Wien, zielt das Projekt darauf ab, Jugendliche unter 16 Jahren in demokratische Entscheidungsfindungen einzubeziehen. Insgesamt nahmen 42 Jugendliche an drei Workshops teil, in denen sie sich mit Themen wie Diskriminierung, Gleichstellung, Kinder- und Menschenrechten sowie der Sicherheit im Lebensumfeld auseinandersetzten. Die Ergebnisse ihrer Arbeit wurden in einem Dialog mit etwa 30 Expertinnen und Experten sowie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern präsentiert.

Ein besonderes Highlight war die Teilnahme der designierten Bezirksvorsteherin Julia Lessacher (SPÖ), die den Jugendlichen die kommunalen Entscheidungsprozesse näherbrachte. Karoline Iber, die Geschäftsführerin des Kinderbüros, berichtete von der anfänglichen Zurückhaltung der Jugendlichen, die sich jedoch schnell in eine konstruktive Dynamik verwandelte. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass politische Teilhabe für junge Menschen, die noch nicht wählen dürfen, durchaus möglich ist. „Stepping Stones“ gehört zu sechs Pilotprojekten in Österreich, die vom „CIVITATES“ – The European Democracy Fund gefördert werden. Weitere Informationen zum Projekt sind in einem Artikel auf meinbezirk.at zu finden.

Demokratiebildung in der Ausbildung

Das Engagement der Jugendlichen in Wien ist ein Beispiel für die breite Palette an Demokratiebildung, die auch in der beruflichen Bildung eine zentrale Rolle spielt. An Ausbildungsstätten und berufsbildenden Schulen werden junge Menschen nicht nur in ihren Fachgebieten, sondern auch in sozialen und politischen Kompetenzen geschult. Zu den zentralen Lernorten zählen das Übergangssystem und Auslandsaufenthalte, die den Teilnehmenden helfen, Respekt, Partizipation und Kompromissfindung zu erlernen.

Wichtig ist, dass die erlernten Kompetenzen nicht nur theoretischer Natur sind. Sie umfassen auch Kenntnisse über Grundrechte, digitale Souveränität und kritisches Denken. Ausbilder*innen und Lehrkräfte erhalten in einem Dossier zahlreiche Anregungen zur Gestaltung von Demokratiebildung, das von Projekten über Wettbewerbe bis hin zu Good-Practice-Beispielen reicht. Für weitere Informationen zu diesem Thema kann das Dossier auf bildungsserver.de eingesehen werden.

Jugendbeteiligung und politische Bildung

Die Bedeutung von Jugendbeteiligung und politischer Bildung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die aktive Mitgestaltung von politischen Prozessen fördert nicht nur das Verantwortungsbewusstsein der Jugendlichen, sondern auch deren Integration in die Gesellschaft. Projekte wie „Stepping Stones“ sind ein Schritt in die richtige Richtung, um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Stimme zu erheben und sich Gehör zu verschaffen.

Die Herausforderungen und Chancen, die sich aus einer stärkeren Einbindung junger Menschen in politische Prozesse ergeben, sind vielfältig. Es ist entscheidend, dass solche Initiativen nicht nur einmalige Ereignisse bleiben, sondern in ein kontinuierliches Engagement für Demokratie und Teilhabe münden. Eine umfassende politische Bildung sollte daher integraler Bestandteil der Ausbildung sein, um zukünftige Generationen auf die Herausforderungen einer pluralen Gesellschaft vorzubereiten. Weitere interessante Ansätze und Informationen hierzu finden sich auf der Webseite des Deutschen Jugendinstituts (DJI).