In Wien, genauer gesagt im Bezirk Mariahilf, hat der sehbehinderte Journalist Dominic Schmid eine ganz besondere Faschingszeit erlebt. Sein Besuch im Kostümgeschäft Witte, das sich in der Linken Wienzeile 16, gegenüber dem Naschmarkt befindet, bot ihm nicht nur eine Fülle an Kostümen, sondern auch eine ganz eigene Sinneserfahrung. Der Geruch im Geschäft erinnerte ihn an Leder, was die Vorfreude auf das närrische Treiben verstärkte.
Schmid wurde von seiner Begleiterin Elisabeth unterstützt und bekam verschiedene Masken und Kostümteile präsentiert. Darunter war eine schwarze Gesichtsmaske mit einem schmalen, langen Band, eine lederne Maske, die wie eine Königsmaske aussah, sowie eine Krone mit Edelsteinen, die er als König aufsetzte. Auch ein Ritterhelm mit Visier und ein Wikingerhelm mit Hörnern fanden ihren Weg zu ihm. Für das richtige Flair sorgten zudem ein Schwert und ein Säbel, deren unterschiedliche Haptik Schmid erkunden konnte. Besonders ins Auge fiel ihm ein grüner Filzhut mit einer roten Feder, der an Robin Hood erinnerte, sowie ein schwarzer Zylinder, der an Zirkusdirektoren denken ließ.
Fasching in verschiedenen Regionen
Die Faschingszeit ist in Deutschland und Österreich traditionell geprägt von bunten Umzügen, Verkleidungen und ausgelassenen Feiern. Während in Hochburgen wie Köln, Düsseldorf, Mainz und Franken die größte Begeisterung herrscht, ist in weniger zentralen Regionen oft weniger los. Hier findet man häufig Kinderfasching, während das Interesse der jüngeren Generation an den großen Festen zu sinken scheint. Verkleiden, Singen, Tanzen und Umzüge scheinen für viele weniger attraktiv geworden zu sein, was Fragen zu einem möglichen Trend in der Wahrnehmung des Karnevals aufwirft. Ein Artikel auf gutefrage.net thematisiert diese Entwicklungen.
Schmid und Elisabeth entdeckten auch einen „Spaßhut“ mit Kerzen, der als Geburtstagsfeier-Hut interpretiert wurde. Der Besuch im Kostümgeschäft war für Schmid eine unterhaltsame Erfahrung, die seine Vorfreude auf den kommenden Fasching steigerte. Er überlegte sogar, für seinen nächsten Geburtstag einen Ganzkörperanzug zu wählen, der wie eine Pommes-frites-Tüte aussieht.
Barrierefreiheit im Karneval
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in die Faschingsfeiern. Fabian Strohschein, ein Bewohner der Lambertus-Pflegeeinrichtung, hat trotz seiner körperlichen Einschränkungen eine große Leidenschaft für Karneval entwickelt. Die Aktion „Karneval für alle“ des LVR bietet spezielle Angebote für Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen. In Nordrhein-Westfalen leben fast zwei Millionen Menschen mit einer Behinderung, und die Lambertus-Pflegeeinrichtung veranstaltet regelmäßig eigene Karnevalssitzungen, die etwa 50 Bewohner unterschiedlichen Alters anziehen.
Markus Kremers, ein aktiver Karnevalist und Mitarbeiter der Einrichtung, hat das Projekt „Karneval Miteinander“ ins Leben gerufen, das über Barrierefreiheit im Karneval aufklärt. Dies zeigt, wie wichtig die Gemeinschaft und das Feiern für Menschen mit Behinderungen sind. Der Leiter der Einrichtung, Markus Balls, betont die Bedeutung solcher Veranstaltungen für die Lebensqualität der Bewohner. Mehr über diese Aktionen wird im WDR Fernsehen am 25.02.2025 in der Lokalzeit aus Aachen berichtet, was die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit von Inklusion lenkt (WDR).
Der Fasching wird somit nicht nur zu einem Fest der Farben und Kostüme, sondern auch zu einer Plattform für Inklusion und Gemeinschaft, die Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringt.