In Margareten hat die Tabak Trafik am Margaretenplatz 1 nach 57 Jahren ihren Betrieb eingestellt. Am 31. August 2023 wurde die Schließung bekannt gegeben, und die Räumlichkeiten stehen seither leer. Der letzte Betreiber, Schmiedt, verabschiedete sich in einer kurzen Notiz von den treuen Kunden. Die Trafik, die seit 1968 in Familienbesitz war, wird nicht nachbesetzt, da die Monopolverwaltung GmbH (MVG) die Wirtschaftlichkeit des Standorts als zu gering erachtet hat. In den letzten drei Jahren lag der durchschnittliche Jahresumsatz weit unter dem österreichischen Durchschnitt, was die Entscheidung zur Schließung zusätzlich begünstigte. Die nächsten Tabakgeschäfte befinden sich nur 240 und 280 Meter entfernt, was die Lage für eine Nachbesetzung weiter erschwert.

Die zukünftige Nutzung des Geschäftslokals hängt nun von der Hausverwaltung ab. Der Betreiber musste die Konzession zurückgeben, was laut dem Tabakmonopolgesetz 1996 entsprechende Prüfungen nach sich zieht. Dieses Gesetz regelt die Vergabe von Tabaktrafiken und stellt sicher, dass nur voll geschäftsfähige Menschen mit Behinderungen Konzessionen erhalten können. Die Anforderungen an die Betreiber sind hoch: sie müssen in der Lage sein, die Geschäfte während der gesamten Laufzeit selbstständig und eigenverantwortlich zu führen.

Vergabesystem und soziale Verantwortung

Die Vergabe von Tabaktrafiken ist ein Teil des österreichischen Vergabesystems, das auf eine Idee von Kaiser Josef II. aus dem Jahr 1784 zurückgeht. Laut den aktuellen Regelungen müssen die Bewerber für eine Konzession einschlägige Berufserfahrung und eine soziale Bedürftigkeit nachweisen. Wer als Betreiber in Frage kommt, muss zudem über einen Grad der Behinderung von mindestens 50 % verfügen, was durch das Sozialministeriumservice festgestellt wird. Dies ist Teil eines Programms, das bis 2025 sicherstellen soll, dass 58,8 % der Wiener Trafiken von Menschen mit Behinderungen geführt werden.

Die MVG unterstützt zudem Inhaber von Tabakgeschäften, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, durch verschiedene Fonds. Diese Förderungen zielen darauf ab, die Neuanstellung von Menschen mit Behinderungen in Dauerdienstverhältnissen zu unterstützen sowie die Gründung neuer Tabaktrafiken zu erleichtern.

Ein Blick auf das Tabakmonopol

Das österreichische Tabakmonopol ist ein zentraler Bestandteil des Handels mit Tabakerzeugnissen. Gemäß dem Tabakmonopolgesetz 1996 sind Tabakerzeugnisse im Monopolgebiet dem Bund vorbehalten, und der Handel ist nur mit einer entsprechenden Konzession erlaubt. Die Monopolverwaltung GmbH ist für die Verwaltung des Monopols zuständig und überwacht die Einhaltung der Rechtsvorschriften im Kleinhandel.

Die Schließung der Trafik am Margaretenplatz verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen viele Tabakfachgeschäfte konfrontiert sind. Die Kombination aus geringer Wirtschaftlichkeit und der Notwendigkeit, soziale Verantwortung zu übernehmen, stellt hohe Anforderungen an die zukünftigen Betreiber. In einer Zeit, in der der Markt sich stetig verändert, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für Tabaktrafiken in Wien weiterentwickeln wird.