Die Einführung von Anwohnerparkplätzen in Margareten nimmt nun konkrete Formen an. Die Bezirksvorstehung, unter der Leitung von Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne), hat die Auslastungsanalyse für die Parkplätze beantragt. Der Bezirk, der als einziger innerstädtischer Bezirk in Wien noch keine reservierten Stellflächen für Anwohner hat, verzeichnete laut Luxenberger 3.050 überzählige Parkplätze. Diese Informationen stammen aus einem aktuellen Bericht von meinbezirk.at.
Bereits im Juni 2023 wurden die Anrainerparkplätze beschlossen, die Umsetzung blieb jedoch bislang auf der Strecke. Um zu verstehen, wie die Parkplätze im Bezirk genutzt werden, wird nun eine Analyse im Gebiet zwischen Pilgramgasse, Rechte Wienzeile, Hamburgerstraße, Kettenbrückengasse und Margaretenstraße durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind entscheidend, um die Grundlage für potenzielle Anwohnerparkzonen zu schaffen, die dann im Jahr 2026 im Budget eingeplant werden müssen.
Parkplatzauslastung und Autodichte
Mit einer Autodichte von 260 Pkws pro 1.000 Einwohner hat Margareten die geringste Autodichte in Wien. Trotz dieser Zahlen betont Luxenberger die Wichtigkeit des Autos für viele Bewohner, sieht aber gleichzeitig die Notwendigkeit, Platz für Grünflächen und Begegnungsräume zu schaffen. Anwohnerparkplätze können dabei in Bezirken mit Kurzparkzonen und einer über 90%igen Auslastung eingerichtet werden. Die MA 46 wird für die Stellplatzerhebungen und Analysen zuständig sein, wobei die Kosten vom Bezirk getragen werden.
Die Herausforderung für Wohnmobiltourismus
Ein weiteres Thema, das in der Diskussion um Parkplätze nicht unerwähnt bleiben kann, ist der steigende Wohnmobiltourismus. In Europa sind bereits über 1,5 Millionen Wohnmobile zugelassen. Die Nachfrage nach Stellplätzen in attraktiven Destinationen wächst stetig, mit zweistelligen Zuwachsraten beim Verkauf neuer Reisemobile. Allerdings haben nur 13,8 % aller Kommunen in Deutschland Stellplätze für Wohnmobile eingerichtet, was auf ein ungenutztes wirtschaftliches Potenzial hinweist, wie stellplatzkonzepte.de aufzeigt.
Wohnmobile werden oft am Straßenrand abgestellt, wo das Parken in Anwohnerstraßen meist ohne Gebühren möglich ist, was zu Spannungen mit den Anwohnern führen kann. Es gibt zahlreiche Regelungen, die beim Parken von Wohnmobilen beachtet werden müssen, etwa für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen, die bestimmten Platzanforderungen entsprechen müssen. Der ADAC erläutert in einem umfassenden Bericht die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Parken von Wohnmobilen und hebt hervor, dass die Parkplatzproblematik häufig durch größere Autos und Lieferwagen verursacht wird, nicht nur durch Camper. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, insbesondere in Wohngebieten, sollte dabei immer im Vordergrund stehen adac.de.
Insgesamt zeigt sich, dass der Bezirk Margareten vor großen Herausforderungen steht. Die anstehenden Analysen und die zukünftige Planung von Anwohnerparkplätzen könnten nicht nur der Verkehrsführung zugutekommen, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Schaffung eines lebenswerten städtischen Raumes sein.