Ein neues Kapitel der Kreativität beginnt im 5. Bezirk von Wien. Am 4. Februar 2026 öffnete das „Malma Artcafé“ in der Castelligasse 7 seine Türen und bietet eine spannende Kombination aus Basteln und geselligem Beisammensein. Dieses innovative Café ist das Ergebnis einer wunderbaren Idee, die sich unabhängig voneinander in den Köpfen von Aglaë Kinsky, Sebastian Schicht und Mia Stolberg formierte. Der Name „Malma“ spielt auf die Einladung an, kreativ zu sein – „mal ma“ bedeutet im Deutschen so viel wie „malen wir“. Hier dreht sich alles um kreative Entfaltung und den Ausgleich zur digitalen Welt.
Im Malma Artcafé gibt es keine traditionellen Getränke wie Cappuccino oder Latte. Stattdessen stehen Ölkreiden und Origami auf der Speisekarte. Sebastian Schicht hebt hervor, wie wichtig es ist, sich kreativ zu betätigen, um einen Ausgleich zur Bildschirmarbeit zu schaffen. Aglaë Kinsky kritisiert zudem die Vorstellung, dass Kreativität nur wenigen vorbehalten ist. „Es ist für alle da“, sagt sie und unterstreicht, dass das Menü im Café so gestaltet ist, dass es für Bastelanfänger geeignet ist. Jede Bastelbox enthält Anleitungen auf Deutsch und Englisch und die Angebote reichen von Stickerei über Aquarell bis hin zu Collagen, wobei sogar Materialien aus den 1990er-Jahren verwendet werden.
Kreative Auszeit vom digitalen Alltag
In einer Zeit, in der digitale Geräte einen immer größeren Teil unseres Lebens einnehmen, bietet das Malma Artcafé eine willkommene Auszeit. Ähnlich wie im Digital Detox Camp, wo Teilnehmer ihre Smartphones und Tablets abgeben, um sich auf Outdoor-Aktivitäten und kreative Workshops zu konzentrieren, so ermutigt auch das Malma die Besucher, sich auf die analoge Kreativität zu konzentrieren. Hier können Gäste ohne Voranmeldung vorbeikommen und ihre Bastelfähigkeiten ausleben.
Ebenfalls von Bedeutung ist das „Phone Hotel“, wo Gäste ihre Handys während des Bastelns sicher verstauen können. Dies fördert nicht nur die Kreativität, sondern auch die zwischenmenschliche Kommunikation – ein Element, das auch im Digital Detox Camp großgeschrieben wird. Achtsamkeits- und Meditationsübungen sowie Gruppendiskussionen stehen hier auf dem Programm, um eine gesunde Beziehung zur Technologie zu entwickeln und Stress abzubauen.
Ein Ort für alle Generationen
Das Malma Artcafé richtet sich primär an Erwachsene, doch jeder ist willkommen. Die Workshops bieten eine Vielzahl von Aktivitäten, darunter das Gestalten von Mosaikuntersetzern und Buchbinden unter Anleitung. Kinsky ermutigt die Gäste sogar, beim Basteln Flecken zu machen – denn hier steht das Erlebnis im Vordergrund, nicht das perfekte Ergebnis. So wird ein Raum geschaffen, der Kreativität und Gemeinschaft fördert.
Wie Ulrike Stöckle, die Pionierin der Digital Detox Bewegung, betont, ist es wichtig, den digitalen Stress zu bekämpfen und die Lebensqualität zu verbessern. In Deutschland wird das Smartphone im Durchschnitt 80 Mal am Tag entsperrt, was die Aufmerksamkeit und Konzentration stark beeinträchtigen kann. Stöckle hat zahlreiche Seminare und Camps ins Leben gerufen, um Menschen dabei zu helfen, ihre digitale Abhängigkeit zu reduzieren und gesunde Gewohnheiten zu entwickeln, die auch nach den Veranstaltungen Bestand haben.
Das Malma Artcafé ist somit nicht nur ein Ort zum Basteln, sondern auch ein Raum, der dazu einlädt, die digitale Welt für einen Moment hinter sich zu lassen und die Kreativität neu zu entdecken. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung einer bewussteren Lebensweise, die die Balance zwischen digitalem und analogem Leben fördert.