Am 8. März 2026 wird in Weingraben im Burgenland eine Gedenktafel für Friedrich Hermann Pollak enthüllt. Der Widerstandskämpfer und Überlebende des Konzentrationslagers Buchenwald steht damit im Zentrum einer Erinnerungskultur, die seinen bemerkenswerten Lebensweg sichtbar machen soll. Pollak, geboren am 8. März 1901 in Wien-Margareten, war ein herausragendes Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung und setzte sich zeitlebens für demokratische Werte ein. Die Gedenktafel soll nicht nur an ihn, sondern auch an den Teil des österreichischen Widerstands erinnern, der lange im Schatten blieb (Kurier).

Pollak wuchs in einer Zeit politischer Umbrüche auf und engagierte sich früh in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. Nach seiner Ausbildung arbeitete er als Kellner und Eisenbahner, bevor er bei der Deutschen Reichsbahn tätig wurde. In den 1930er-Jahren war er aktives Mitglied des Republikanischen Schutzbundes und nahm am Februaraufstand 1934 teil. Diese Teilnahme führte zu seiner Verhaftung und mehrmonatigen Haftstrafe in Wien, wo er seine politischen Aktivitäten weiter intensivierte und den Revolutionären Sozialisten beitrat (SPÖ Bildung).

Widerstand und Verfolgung

Nach seiner Entlassung aus der Haft blieb Pollak im Untergrund aktiv und wurde mehrfach verhaftet. Am 22. August 1939 wurde er von der Gestapo im Rahmen einer „Sonderaktion“ gegen revolutionäre Sozialisten festgenommen. Wenige Wochen später folgte die Deportation ins Konzentrationslager Buchenwald, wo er als politischer Häftling mit dem roten Winkel leidvoll unter Zwangsarbeit, Hunger, Misshandlungen und Krankheiten litt. Trotz dieser Herausforderungen engagierte er sich aktiv im Widerstand innerhalb des Lagers und unterstützte seine Mithäftlinge, indem er Solidargemeinschaften gründete und dänischen Polizisten half (Kurier, SPÖ Bildung).

Die Befreiung des Lagers am 11. April 1945 brachte für Pollak eine neue Hoffnung. Er unterzeichnete das Buchenwalder Manifest und den Schwur von Buchenwald, der sich gegen den Nationalsozialismus und für eine demokratische Ordnung richtete. Nach dem Krieg engagierte sich Pollak im Bundesverband der österreichischen Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus. Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit lehnte er ein Ministeramt ab und lebte mit seiner Lebensgefährtin Theresia Brandl in Weingraben, wo er sich aktiv in die Dorfgemeinschaft einbrachte (SPÖ Bildung).

Ein Leben im Zeichen des Widerstands

Pollaks Lebensweg verdeutlicht nicht nur sein persönliches Engagement, sondern auch die Herausforderungen, denen viele Widerstandskämpfer gegenüberstanden. Der Arbeiterwiderstand, zu dem er gehörte, fand in der bundesdeutschen Öffentlichkeit bisher wenig Anerkennung, während oft nur die berühmtesten Namen, wie Graf Stauffenberg oder die Geschwister Scholl, im Fokus stehen. Die Vielzahl der Widerstandsleistungen aus der Arbeiterschaft, wie sie Pollak verkörperte, bleibt nach wie vor in der Erinnerung schwach und bedarf einer stärkeren Würdigung (bpb).

Die Darstellung des Arbeiterwiderstands sollte die Vielfalt und die sozialen Realitäten betonen und die oft übersehenen Beiträge von Menschen wie Pollak hervorheben. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist entscheidend, um die unterschiedlichen Facetten des Widerstands gegen den Nationalsozialismus zu verstehen. Pollaks Engagement, sein Mut und seine Solidarität sind nicht nur Teil der Geschichte Österreichs, sondern auch ein Aufruf, sich für die Werte der Demokratie einzusetzen und die Erinnerung an die Opfer des Faschismus lebendig zu halten.