Im Herzen von Margareten tut sich etwas Spannendes: Das Theater „DAS Margareten“ erstrahlt nach umfassenden Renovierungsarbeiten in neuem Glanz. Der Raum, der bereits seit 1906 existiert, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Ursprünglich diente er als Festsaal eines Eisenbahnerheims und wurde später als Kinosaal genutzt. Zuletzt war er die Kulisse für experimentelle Theaterarbeiten des Volkstheaters. Mit einer Investition von rund 100.000 Euro wurde das Gebäude nun modernisiert, technisch neu ausgestattet und barrierefrei gestaltet. Das neue Theater bietet eine große, flexible Fläche für verschiedene Formate wie Theater, Kabarett, Tanzperformances und Trainings. Für die letzten Finanzierungsschritte wurde ein Crowdfunding ins Leben gerufen, um die benötigten 15.000 Euro für die Theaterbestuhlung zu sichern. Unterstützen kann man das Projekt durch Spenden, den Kauf von Eröffnungstickets oder Stuhlpatenschaften [1].
Die Eröffnung von „DAS Margareten“ kommt zu einem Zeitpunkt, der für die darstellenden Künste von großer Bedeutung ist. Während der COVID-19-Pandemie wurden viele Herausforderungen sichtbar, insbesondere in der Förderarchitektur der Kunstszene. Im Auftrag des Fonds Darstellende Künste haben Wissenschaftlerinnen zentrale Handlungsfelder für die künstlerische Arbeit analysiert. Dazu zählen unter anderem Planungssicherheit für Künstlerinnen, Diversität und Nachhaltigkeit [2]. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, dass kulturelle Initiativen wie „DAS Margareten“ nicht nur überleben, sondern auch aufblühen können.
Die Rolle der Förderung in der Kunstlandschaft
Die Pandemie hat nicht nur die Herausforderungen in der Kunstszene offengelegt, sondern auch neue Möglichkeiten geschaffen. Eine internationale Studie, an der die Goethe-Universität beteiligt ist, untersucht die Auswirkungen staatlicher und nicht-staatlicher Förderungen auf die darstellenden Künste in den G7-Staaten. Ziel ist es, die unterschiedlichen Auswirkungen auf Institutionen, Organisationen, Beschäftigte und Freiberufler zu vergleichen. Dabei zeigt sich, dass Deutschland und Kanada mehr Unterstützung für Kunstschaffende bieten als andere G7-Länder. Besonders das Förderprogramm „Neustart Kultur“ hat mit 2 Milliarden Euro für eine schnelle und unbürokratische Unterstützung gesorgt [3].
Die Forschung offenbart, dass während der Pandemie physische Aufführungen keine Voraussetzung für Förderungen waren, was Künstler*innen Freiräume für künstlerische Entwicklungen bot. Dennoch bleibt die Herausforderung, Barrierefreiheit und die Berücksichtigung von Minderheiten in der Förderpolitik zu verbessern. Auch die Bürokratie hat vielen Freischaffenden den Zugang zu Förderungen erschwert. Hier sind kreative Lösungen und ein Umdenken gefordert, um die Kunstszene in ihrer Diversität und Kreativität zu unterstützen.
Mit der Eröffnung von „DAS Margareten“ wird ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einer lebendigen und vielfältigen Theaterlandschaft in Margareten gegangen. Die Synergien, die aus der Kombination von historischer Substanz und modernem Anspruch entstehen, könnten beispielhaft für zukünftige Projekte in der Region sein.