In einer bedauerlichen Wendung der Ereignisse muss das „Park Café Mauer“ in Liesing, betrieben von der PCM Gastro GmbH, seine Türen schließen. Der aufstrebende Gastronomiebetrieb, der erst im Oktober 2025 nach umfangreichen Investitionen in Infrastruktur und Veranstaltungsräume neu eröffnet wurde, sieht sich nun aufgrund unvorhergesehener finanzieller Schwierigkeiten gezwungen, einen Insolvenzantrag zu stellen. Die betroffenen 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich auf die bevorstehende Schließung einstellen, die von der Geschäftsführerin bereits zugestimmt wurde. Die Insolvenzverwalterin wird in Kürze die bestehenden Arbeitsverhältnisse auflösen. Weitere Details zu diesem Thema sind in einem Bericht des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV) zu finden, der die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung bekannt gegeben hat (Quelle).
Die Gründe für die Insolvenz sind vielfältig. So trugen die Insolvenz des Vorbetreibers, steigende Energiekosten und erhöhte Pachtentgelte zur finanziellen Schieflage der PCM Gastro GmbH bei. Im Januar 2026 kam es zu einem dramatischen Umsatzeinbruch im Restaurant und Hotel. Auch ein geplanter Sanierungsplan, der eine Finanzierung von 20 Prozent vorsah, scheiterte an der fehlenden Unterstützung der Verpächterin. Am 3. März 2026 wurde schließlich der Antrag auf Abschluss eines Sanierungsplans zurückgezogen. Laut den aktuellen Zahlen belaufen sich die Schulden der PCM Gastro GmbH auf rund 245.000 Euro, wovon etwa 93.400 Euro auf ausstehende Löhne, Gehälter und Sozialversicherungsbeiträge entfallen. Das Kassaguthaben beträgt lediglich 16.000 Euro und liegt auf einem Insolvenzanderkonto (Quelle).
Ein schwieriges Umfeld für die Gastronomie
Das „Park Café Mauer“ ist nicht der einzige Gastronomiebetrieb, der in der aktuellen wirtschaftlichen Lage zu kämpfen hat. Im ersten Halbjahr 2023 wurden in Österreich insgesamt 3.662 Firmeninsolvenzen registriert, was einem Anstieg von fast neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders betroffen sind die Bundesländer Wien, Salzburg und Tirol, wobei die Gastronomie besonders unter Druck steht. Im Beherbergungs- und Gaststättenwesen meldeten sich im ersten Halbjahr 420 Unternehmen insolvent, was einen Anstieg von sieben Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr darstellt (Quelle).
Die Insolvenzquote in der Gastronomie liegt bei 9,5 von 1.000 Betrieben, in Wien sogar fast doppelt so hoch. Die hohen Betriebskosten, gepaart mit einer rückläufigen Buchungslage, machen es vielen Gastronomiebetrieben schwer, profitabel zu bleiben. Creditreform schätzt, dass bis Ende des Jahres mehr als 7.500 Insolvenzen zu erwarten sind, was einen neuen Höchststand seit Bestehen der Zweiten Republik bedeuten würde. In diesem Kontext ist die Schließung des „Park Café Mauer“ ein weiteres alarmierendes Zeichen für die Branche.
Die Anmeldefrist für Gläubiger im Fall der PCM Gastro GmbH läuft bis Montag, den 13. April 2026. Die Insolvenzverwalterin, Dr. Eva Ries, wird die weiteren Schritte prüfen und am 27. April 2026 eine Prüfungstagsatzung einberufen, um die Situation zu klären und die Ansprüche zu prüfen.