Die Luftqualität in Wien bleibt ein heißes Thema, auch im Jahr 2025. Trotz der Einhaltung der geltenden Grenzwerte für Luftschadstoffe, zeigt eine Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ), dass die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vielfach überschritten wurden. Besonders besorgniserregend sind die hohen Stickstoffdioxid (NO2)-Werte, die am Hietzinger Kai mit einem Jahresmittelwert von 25,2 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ihren Höhepunkt erreichten. An der Wehlistraße und Taborstraße lagen die Werte ebenfalls über dem künftigen EU-Grenzwert von 20 Mikrogramm, der ab 2030 gelten soll. Ingesamt überschritten drei von 17 Messstellen diesen Grenzwert und zehn Messstellen überschritten die NO2-Richtwerte der WHO.
Die PM2,5-Feinstaubwerte führten an den Messstellen Taborstraße, Wehlistraße und Stadlau zu alarmierenden Ergebnissen, da sie über dem künftigen EU-Grenzwert von 10 Mikrogramm lagen. Erfreulicherweise und leider gleichzeitig besorgniserregend war, dass alle 12 Messstellen den von der WHO empfohlenen Richtwert von 5 Mikrogramm überschritten. Umweltmediziner Hans-Peter Hutter warnt eindringlich vor den gesundheitlichen Risiken, die durch die Luftverschmutzung, insbesondere durch Abgase aus dem Straßenverkehr, entstehen.
Verkehr als Schlüssel zur Verbesserung
Der VCÖ sieht den Verkehr als entscheidenden Hebel zur Reduzierung der Luftverschmutzung. Insbesondere Diesel-Pkw stoßen pro Kilometer deutlich mehr Stickoxide aus als Benziner, und auch Klein-Lkw sowie Lkw mit Verbrennungsmotor fahren überwiegend mit Diesel. Die Kritik am Vorjahr, als die Normverbrauchsabgabe für Klein-Lkw mit Verbrennungsmotor abgeschafft wurde, ist laut VCÖ nicht zu überhören. Die Forderung nach schnelleren Maßnahmen zur Anpassung des Immissionsschutzgesetzes-Luft an die künftigen EU-Werte wird immer lauter.
Die WHO-Richtwerte, die als Grundlage für solche Maßnahmen dienen, basieren auf umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den gesundheitlichen Wirkungen von Luftschadstoffen. Diese Empfehlungen stammen von Expert*innen aus den Bereichen Environmental Public Health, Epidemiologie und Toxikologie und berücksichtigen die gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaub, Stickstoffdioxid, Ozon, Schwefeldioxid und Kohlenstoffmonoxid. Diese aktualisierten Luftqualitätsleitlinien sind nicht nur für Österreich relevant, sondern auch für ganz Europa, da sie die Basis für die Überarbeitung der EU-weiten Grenz- und Zielwerte durch die Europäische Kommission bieten. Das Umweltbundesamt (UBA) beabsichtigt zudem, die neuen Richtlinien hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Luftreinhaltung in Deutschland zu prüfen.
Globale Perspektiven und Handlungsbedarf
Die aktualisierten globalen Leitlinien der WHO zielen darauf ab, quantitative gesundheitsbezogene Empfehlungen für das Luftgütemanagement bereitzustellen. Diese Empfehlungen beinhalten sowohl lang- als auch kurzfristige Konzentrationen mehrerer wichtiger Luftschadstoffe. Eine Überschreitung dieser Richtwerte birgt erhebliche Risiken für die öffentliche Gesundheit. Auch wenn diese Leitlinien nicht rechtlich verbindlich sind, bieten sie evidenzgestützte Instrumente für die WHO-Mitgliedstaaten zur Ausarbeitung von Rechtsvorschriften und Handlungskonzepten. Das Ziel ist klar: Die Luftschadstoffwerte zu senken und die gesundheitliche Belastung durch Luftverschmutzung weltweit zu verringern.
Insgesamt ist der Handlungsbedarf in Wien und darüber hinaus dringend. Die Gesundheit der Bevölkerung steht auf dem Spiel, und es braucht umfassende Maßnahmen, um die Luftqualität nachhaltig zu verbessern. Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Politikern, sondern auch bei uns allen, unseren Teil zur Verbesserung der Luftqualität beizutragen.