In der Nacht auf Dienstag wurden drei 13-jährige Burschen in Wien-Liesing auf frischer Tat ertappt. Diese Jungen, die aus Belarus, Syrien und Rumänien stammen, hatten es auf geparkte Autos abgesehen und schlugen Fahrzeugscheiben ein, um an Bargeld und Bankomatkarten zu gelangen. Ein aufmerksames Familienmitglied, eine 19-Jährige, beobachtete um 0.50 Uhr, wie die Burschen das Auto ihrer Familie durchwühlten und alarmierte sofort ihren Vater, der die Polizei informierte und den flüchtenden Tätern folgte. Dank seines schnellen Handelns konnten die Polizisten die Burschen schließlich aufhalten und bei einem von ihnen Bargeld im dreistelligen Eurobereich sowie mehrere Bankomatkarten sicherstellen. Der Junge gestand, in der vergangenen Nacht mehrere Einbruchsdiebstähle begangen zu haben, während die anderen beiden sich nicht zu den Vorwürfen äußerten. Es wurde vermutet, dass ein Nothammer zum Einschlagen der Scheiben verwendet wurde, jedoch fand die Polizei kein Einbruchswerkzeug.[1]

Die Vorfälle werfen ein Licht auf die Herausforderungen, mit denen die Gesellschaft konfrontiert ist, wenn es um Kinder- und Jugendkriminalität geht. In Deutschland ist die Diskussion über die strafrechtliche Verantwortung von Kindern unter 14 Jahren, insbesondere bei schweren Straftaten, nach wie vor ein umstrittenes Thema. Es wird diskutiert, ob härtere Sanktionen oder eine Herabsetzung der Strafmündigkeit als mögliche Abschreckung dienen könnten. Die Frage bleibt, wie man präventiv gegen solche Taten vorgehen kann, um kriminelle Lebensläufe zu verhindern.

Hintergrund zur Jugendkriminalität

Die Jugendkriminalität in Deutschland hat in den letzten Jahren besorgniserregende Ausmaße erreicht. Im Jahr 2024 wurde ein Höchststand von rund 13.800 Fällen verzeichnet, was mehr als doppelt so hoch ist wie 2016. Diese Zunahme betrifft nicht nur die jüngeren Jugendlichen, sondern auch Gruppen im Alter von 14 bis 17 Jahren sowie Heranwachsende zwischen 18 und 20 Jahren. Der Anstieg wird teilweise auf psychische Belastungen, die durch Corona-Maßnahmen entstanden sind, und auf Risikofaktoren bei jungen Schutzsuchenden zurückgeführt. Interessanterweise gab es jedoch einen Rückgang der Zahl junger Tatverdächtiger um circa 6 Prozent im Jahr 2024, was zeigt, dass die Gesamtzahl der Tatverdächtigen seit 1998 um ein Drittel gesenkt wurde[3].

Die Mehrheit der jugendlichen Tatverdächtigen ist männlich, wobei 2024 fast drei Viertel der jungen Tatverdächtigen in dieser Kategorie Männer waren. Diese statistischen Daten stehen im Einklang mit Erkenntnissen über die höheren Kriminalitätsraten bei Jungen, die auf hormonelle Umstände, anerzogene Verhaltensweisen und traditionelle Rollenbilder zurückgeführt werden. Daher ist es entscheidend, frühzeitig präventive Maßnahmen zu ergreifen, die über das Strafrecht hinausgehen. Stärkere Prävention durch Kinder- und Jugendhilfe wird als notwendig erachtet, um den Kreislauf der Kriminalität zu durchbrechen.

Prävention und Zukunftsperspektiven

Die Prävention von Jugendkriminalität ist ein zentrales Anliegen der Gesellschaft. Forschungsergebnisse zeigen, dass Programme zur Gewaltprävention im Kindes- und Jugendalter, wie sie etwa vom Deutschen Jugendinstitut e.V. herausgegeben werden, von großer Bedeutung sind. Diese Strategien sollten nicht nur darauf abzielen, Straftaten zu verhindern, sondern auch ein unterstützendes Umfeld für Kinder und Jugendliche zu schaffen, in dem sie sich positiv entwickeln können[2].

Die aktuellen Vorfälle in Wien-Liesing unterstreichen die Dringlichkeit, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Es ist entscheidend, dass sowohl Familien als auch die Gesellschaft als Ganzes zusammenarbeiten, um präventive Maßnahmen zu fördern und sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche auf dem richtigen Weg bleiben. Nur so kann verhindert werden, dass sie in die Fänge der Kriminalität geraten.