Am Montagnachmittag kam es in Wien und Graz zu einem großangelegten Einsatz der Polizei und Feuerwehr, nachdem ein Transporter aus Wien angehalten wurde. In der Oberlaaer Straße in Wien und der Moserhofgasse in Graz waren massive Polizeikräfte vor Ort, da der Verdacht auf radioaktiv kontaminiertes Material an Bord des Fahrzeugs bestand. Die betroffenen Bereiche wurden großräumig abgesperrt, um die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten. Laut einem Bericht der „Kleinen Zeitung“ wurde der Lkw intensiv untersucht, wobei das Ladegut zunächst als kontaminiert galt.

Die beiden Fahrer des Transporters erhielten Entwarnung, nachdem keine Strahlung festgestellt wurde, mussten jedoch vorsorglich medizinisch untersucht werden. Parallel zu diesem Einsatz wurde in Wien-Liesing eine Straße komplett gesperrt, während Einsatzkräfte teilweise in Schutzanzügen agierten. Beide Vorfälle stehen in direktem Zusammenhang, da um 10:30 Uhr ein Alarm in einem Entsorgungsbetrieb ausgelöst worden war, nachdem ein radioaktives Nuklid in angelieferten Gegenständen festgestellt wurde. Die Berufsfeuerwehr führte umfangreiche Messungen durch und stellte nur geringe Strahlenwerte fest.

Untersuchungen und Gefahrenlage

In einem weiteren Schritt wurden zwei Personen, die mit dem verdächtigen Gegenstand in Kontakt gekommen waren, dekontaminiert. Bei dem Material handelte es sich um Thorium-232, das mit schwacher Strahlung auf einem Rohr entdeckt wurde. Pulverförmiges Material auf diesem Rohr lässt auf eine mögliche Herkunft von einer Baustelle in Wien schließen. Das Rohr wurde zur weiteren Untersuchung und Beweissicherung nach Seibersdorf gebracht. Ermittlungen des Landeskriminalamts laufen, wobei der Verdacht auf fahrlässige Gefährdung durch Kernenergie oder ionisierende Strahlen sowie mögliche Umweltdelikte im Raum steht.

Für weitere Informationen über diesen Vorfall können Sie auch die Berichterstattung auf wien.orf.at nachlesen. Dort werden die aktuellen Entwicklungen und Details zu den Ermittlungen regelmäßig aktualisiert.

Kontext und Vorsorgemaßnahmen

Die Vorfälle in Wien und Graz werfen ein Licht auf die Notwendigkeit einer ständigen Überwachung der Radioaktivität in unserer Umwelt. In Bayern beispielsweise begann man bereits in den 50er Jahren mit der regelmäßigen Überwachung der Radioaktivitätsgehalte in verschiedenen Umweltmedien. Diese Maßnahme wurde damals eingeführt, um den Eintrag von Radioaktivität durch Atombombenversuche der USA und der UdSSR zu überwachen. Seit dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 sind die Erfahrungen aus Krisensituationen in die rechtlichen Grundlagen für den Strahlenschutz eingeflossen.

Das Strahlenschutzvorsorgegesetz (StrVG), das im Jahr 1986 verabschiedet wurde, gewährleistet ein koordiniertes Handeln der Behörden in Krisenfällen. Die regelmäßige Umweltüberwachung ist eine wichtige Vorsorgemaßnahme, um die Bevölkerung vor möglichen Gefahren durch Radioaktivität zu schützen. In Bayern werden jährlich etwa 7.000 Messdaten erhoben und veröffentlicht, um Transparenz zu schaffen und die Bevölkerung zu informieren. Bei erhöhten Radioaktivitätseinträgen wird schnell reagiert, um die Gesundheit der Bürger zu schützen. Für weiterführende Informationen über den Strahlenschutz in Bayern können Sie die Webseite des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz besuchen: stmuv.bayern.de.