In Liesing sorgt die Einstellung des WienMobil-Hüpfers für hitzige Diskussionen. Die ÖVP Liesing bezeichnet die Entscheidung als „verkehrspolitisches Armutszeugnis“ und macht die SPÖ für diesen Schritt verantwortlich. Laut der Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) wird der Nutzen des Projekts als zu gering eingeschätzt. Das flexible Zubringerangebot der Wiener Linien, das seit März 2022 in Liesing getestet wurde, wird zum Ende Oktober eingestellt, da die Evaluierung einen geringen Zusatznutzen aufzeigt. Im Gegensatz dazu fand der WienMobil Hüpfer in der Donaustadt viel Anklang und wird weiter ausgebaut. Das Pilotprojekt in Liesing hat nicht die erhoffte Resonanz gefunden, was die Bezirksvorstehung dazu veranlasst hat, das Angebot aus wirtschaftlichen und zweckmäßigen Gründen nicht fortzuführen. Die Bezirksvorstehung zeigt sich jedoch offen für neue Mobilitätsideen und hat einen Antrag zur weiteren Bearbeitung an die Wiener Linien weitergeleitet.[1]

Das Konzept des WienMobil Hüpfer sah vor, dass Fahrgäste einen rollstuhlgerechten E-Kleinbus über eine App von Haltepunkten buchen konnten. Anfragen mit ähnlichen Wegstrecken wurden automatisch gebündelt, um einen flexiblen und komfortablen Transport zu gewährleisten. Doch in Liesing war die Auslastung nicht ausreichend, was die ÖVP auch darauf zurückführt, dass der Hüpfer in der „falschen Gegend“ getestet wurde und nicht genug beworben wurde. Bezirksvorsteher und Ulli Sima verweisen jedoch auf den Ausbau der bestehenden öffentlichen Verkehrsanbindung in Liesing. Mauer, Rodaun und Kalksburg sind gut mit Straßenbahn und Buslinien erschlossen, was den zusätzlichen Nutzen des WienMobil Hüpfer in Liesing als zu gering erscheinen lässt.[2]

Öffentliche Verkehrsanbindung als Priorität

Die öffentliche Mobilität spielt eine zentrale Rolle für die Lebensqualität in Wien und auch für die wirtschaftliche Entwicklung des Standortes. Im Rahmen der Smart City Wien-Strategie wird angestrebt, bis 2030 80 % aller Wege im Umweltverbund, also mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) hat dabei klaren Vorrang bei der Erschließung neuer Siedlungsgebiete. Diese Strategie wird durch verschiedene Maßnahmen unterstützt, um die Attraktivität des ÖPNV zu steigern und den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren, der hohe Treibhausgasemissionen verursacht.[3]

Die Auswirkungen der Entscheidung zur Einstellung des WienMobil Hüpfer in Liesing sind somit Teil eines größeren Mobilitätskonzepts, das auch die Förderung von Carsharing und alternativen Transportmitteln umfasst. Um die Verkehrsinfrastruktur weiter zu verbessern, sind Investitionen in neue Straßenbahnlinien, Schnelltrams und E-City-Bikes geplant, um die Lebensqualität in Wien langfristig zu sichern und den Verkehr effizienter zu gestalten.