Der Volkertmarkt in der Leopoldstadt hat in den letzten Jahren erheblich an Vielfalt und Charakter verloren. Wo früher lebhaften Handel und ein breites Angebot an frischen Lebensmitteln zu finden waren, sind mittlerweile zahlreiche Standplätze ungenutzt und geben ein trauriges Bild ab. Ein Unternehmer war maßgeblich an der Schließung mehrerer Marktstände beteiligt, was die Lage des Marktes zusätzlich verschärfte. In diesem Zusammenhang plant die Stadt Wien nun, im sechsstelligen Eurobereich in den Markt zu investieren, um das Ruder herumzureißen und wieder Leben in das Areal zu bringen. Wie MeinBezirk berichtet, ist auch Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (SPÖ) zuversichtlich, dass gemeinsam mit der Stadt die Attraktivität des Volkertmarktes erhöht werden kann.

Der Volkertmarkt hat aufgrund der Schließung durch den Unternehmer und der damit verbundenen Probleme stark gelitten. Die letzte Firma, die hier agierte, war die Zakzik Gastronomie GmbH, die mittlerweile insolvent ist und Schulden in Höhe von 1,4 Millionen Euro anhäuft. Diese Insolvenz hat nicht nur Auswirkungen auf die betroffenen Stände, sondern auch auf die 19 Gläubiger, die auf ihr Geld warten. In Anbetracht der so gravierenden Situation hat der Insolvenzverwalter die Krankheitsunzulänglichkeit gemeldet, was die Lage weiter verkompliziert und die respektable Erneuerung des Marktes nötig macht.

Investitionen und Sanierungspläne

Um dem Markt wieder neues Leben einzuhauchen, hat die Stadt bereits sechs zuvor geschlossene Marktstände aufgekauft, um diese nach einer umfangreichen Sanierung an zuverlässige Betriebe zu verpachten. Die Stadt hat für diese Übernahme eine mittlere sechsstellige Summe investiert. Die Kosten für die kommenden Sanierungsmaßnahmen sind bereits im Budget des Bezirks für 2025 und 2026 eingeplant, insgesamt über 400.000 Euro, die für die Aufwertung des Marktes verwendet werden sollen. Die Sanierungsarbeiten sollen in einem Monat beginnen, und die ersten Stände sollen bereits im Frühjahr 2026 zur Pacht ausgeschrieben werden.

Doch nicht nur rein finanzielle Fragen stehen im Mittelpunkt: Die Stadt hat auch angekündigt, dass eine Vielzahl von Betrieben als potenzielle Pächter in Betracht gezogen werden, um das Angebot auf dem Volkertmarkt abwechslungsreicher zu gestalten. Das Ziel ist klar: Den Markt wieder zu einem Ort des Miteinanders zu machen, an dem nicht nur eingekauft wird, sondern auch soziale Interaktionen gefördert werden.

Wiener Märkte im Wandel

Der Volkertmarkt reiht sich in die Bemühungen der Stadt ein, alle Wiener Märkte ordentlich auf Vordermann zu bringen. Wien.gv.at hebt hervor, dass Märkte nicht nur Einkaufsorte sind, sondern lebenswichtige Zentren für Nahversorgung und soziale Interaktion. Die Stadt verfolgt mit Initiativen wie „Märkte auf Probe“ das Ziel, Vielfalt und Lebensqualität auf den Märkten zu stärken. Dynamische Umgestaltungsprojekte, wie die geplante Verbesserung des Volkertmarkts auf Basis erfolgreicher Konzepte aus anderen Stadtteilen, werden als Vorbild genommen.

Besonders hervorzuheben ist der Ausbau konsumfreier Zonen und das Verbot von Souvenirshops auf Märkten, welches bis Anfang 2028 gilt, um die Authentizität der Märkte zu bewahren und fortzusetzen. Diese Entwicklungen unterstützen den Zugang zu frischen, regionalen Produkten und stärken die lokale Wirtschaft. Wenn die geplanten Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden, könnte der Volkertmarkt schon bald wieder ein beliebter Anlaufpunkt für Bezirksbewohner und Besucher werden, ähnlich wie die bekannteren Märkte wie der Karmelitermarkt oder der Vorgartenmarkt.

Zusammengefasst zeigt sich, dass im Volkertmarkt ein echter Umbruch bevorsteht. Die Kombination aus finanzieller Unterstützung und einem klaren Konzept zur Revitalisierung könnte bald für frischen Wind und vielversprechende Perspektiven für diesen traditionsreichen Markt sorgen.