Im Herzen der Leopoldstadt wird am Sonntag, dem 8. März, eine besondere Theateraufführung stattfinden, die die Geschichten zweier bedeutender Pionierinnen zurück auf die Bühne bringt: Rosa Mayreder und Auguste Fickert. Die Inszenierung, die durch den Verein „Theaterweiber“ realisiert wird, trägt den Titel „Wien Frauen 1900“ und wird aufgrund der hohen Nachfrage wiederholt. Passend zum Internationalen Frauentag wird das Stück im Bezirksmuseum Leopoldstadt, in der Karmelitergasse 9, präsentiert.
Die Aufführung basiert auf einem fiktiven Spaziergang durch Wien im Frühjahr 1909, bei dem Mayreder und Fickert zentrale Themen wie Gleichberechtigung und politische Teilhabe diskutieren. In den Hauptrollen sind Susanna Oberforcher als Auguste Fickert und Regina Adler als Rosa Mayreder zu sehen. Die Inszenierung kombiniert Schauspiel mit Musik und endet mit einem Gedankenaustausch zwischen den Schauspielerinnen und dem Publikum. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel auf meinbezirk.at.
Wer waren Rosa Mayreder und Auguste Fickert?
Rosa Mayreder, geboren am 30. November 1858 in Wien, war nicht nur eine Schriftstellerin, sondern auch eine bedeutende Frauenrechtlerin und Kulturphilosophin. Sie engagierte sich aktiv in der Frauenbewegung und war Mitgründerin des „Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins“. Ihre schriftstellerischen Werke, wie „Zur Kritik der Weiblichkeit“ und „Geschlecht und Kultur“, sind bis heute von Bedeutung. Mayreder, die auch eine talentierte Malerin war und 1891 ihre erste Ausstellung hatte, setzte sich für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter ein. Sie war zudem Vorsitzende der „Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit“ und setzte sich für Frieden und soziale Gerechtigkeit ein.
Auguste Fickert, ebenfalls eine Wegbereiterin der Frauenbewegung, war bekannt für ihr Engagement und ihre Schriften, die sich mit den Herausforderungen und der Rolle der Frauen in der Gesellschaft beschäftigten. Beide Frauen waren Teil einer größeren Bewegung, die im 19. Jahrhundert in Westeuropa entstand und die Gleichheit und Anerkennung von Frauen zum Ziel hatte. Die Frauenbewegung, die als eine der erfolgreichsten sozialen Bewegungen der Moderne gilt, setzte sich für Themen wie das Frauenwahlrecht und die Neubewertung tradierter Geschlechterrollen ein.
Die Bedeutung der Frauenbewegung
Die Frauenbewegung, die im 19. Jahrhundert in Westeuropa und den USA entstand, war eng verbunden mit Lebensreformbewegungen und gilt als eine der erfolgreichsten sozialen Bewegungen der modernen Geschichte. Sie kämpfte für die Gleichstellung der Geschlechter und setzte sich für das Frauenwahlrecht ein, das in Deutschland 1918 eingeführt wurde. Wichtige Vorreiterinnen wie Olympe de Gouges forderten bereits im 18. Jahrhundert gleiche Rechte für Frauen und legten damit den Grundstein für die späteren Bestrebungen der Frauenbewegung. Diese Bewegung ist in drei Wellen unterteilt, wobei die erste Welle den Fokus auf politische und bürgerliche Rechte legte.
Die Leistungen von Frauen wie Rosa Mayreder und Auguste Fickert sind nicht zu unterschätzen, da sie maßgeblich dazu beigetragen haben, die gesellschaftlichen Rollen von Frauen zu hinterfragen und zu reformieren. Ihre Arbeit und ihr Engagement sind noch heute von großer Bedeutung und inspirieren viele, sich für Gleichstellung und Gerechtigkeit einzusetzen. In der heutigen Zeit, in der Diskussionen über Geschlechterrollen und Gleichheit fortgeführt werden, bleibt der Rückblick auf die Pionierinnen der Frauenbewegung wie Mayreder und Fickert unerlässlich.