In der Leopoldstadt sorgt ein beliebter Schleichweg für Unruhe unter den Verkehrsteilnehmern und Anwohnern. Der Weg, der von der Mühlfeldgasse über die Fugbachgasse, Zirkusgasse und Blumauergasse zur Kreuzung Taborstraße/Augartenstraße führt, wird häufig genutzt, um die Ampel an der Heinestraße zu umgehen. Doch diese Abkürzung hat ihre Tücken, da sie nicht nur die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern gefährdet, sondern auch zu einer erhöhten Lärmbelästigung in der Nachbarschaft führt. In diesem Zusammenhang hat die Grüne Partei einen Antrag in der Bezirksvertretung eingebracht, der eine Umdrehung der Einbahnregelung in der Fugbachgasse zwischen Heinestraße und Mühlfeldgasse fordert. Aktuell ist die Fugbachgasse in diesem Abschnitt eine Einbahnstraße in Richtung Süden.
Die Probleme sind vielfältig: Autofahrer schneiden Kurven, was Radfahrer in Gefahr bringt, und die Sicht bei der Überquerung der Heinestraße ist alles andere als optimal. In der Vergangenheit kam es bereits zu mehreren Unfällen. Ein schmaler Radstreifen in der Blumauergasse sorgt für unangenehme Begegnungen mit breiten Autos, und die Lärmbelästigung durch schnell fahrende Fahrzeuge ist für die Anlieger ein ernsthaftes Anliegen. Der Antrag zielt darauf ab, die negativen Auswirkungen des Schleichwegs durch eine Umkehrung der Einbahnregelung zu minimieren. Dieser Vorschlag wurde einstimmig der Verkehrskommission zugewiesen, während die MA 46 derzeit ein verkehrsbehördliches Ermittlungsverfahren durchführt. Auch die Polizei prüft die Verkehrssicherheit in der Fugbachgasse und an der Heinestraße, die Stellungnahme zur Verkehrslage ist bereits in Arbeit. Weitere Informationen finden Sie hier.
Verkehrsstrategien und Ausweichverhalten
Nicht nur in der Leopoldstadt ist das Problem des Schleichwegs präsent. Auch auf deutschen Autobahnen sind Staus besonders in der Sommer-Hochsaison ein häufiges Phänomen. Autofahrer nutzen angrenzende Gemeinden als Ausweichmöglichkeit, was die Situation oft noch verschärft. Um diesem Trend entgegenzuwirken, plant die Bundesregierung neue Regelungen, die das Umfahren von Staus auf Autobahnen verhindern sollen. Dabei ist es das Ziel, dass Verkehrsteilnehmer bei Stau auf der Autobahn bleiben, anstatt auf kleine Straßen auszuweichen.
Die geplanten Maßnahmen umfassen unter anderem die Installation von Hinweistafeln vor absehbaren Staus sowie digitale Anzeigetafeln, die auf gesperrte Landstraßen hinweisen. Die Zustimmung der jeweiligen Verwaltungen der betroffenen Landkreise ist erforderlich, bevor Straßen gesperrt werden können. Auch die Polizei soll verstärkt kontrollieren, um die Einhaltung der neuen Vorgaben zu gewährleisten. Das Ziel dieser Maßnahmen ist ein besserer Verkehrsfluss und eine Entlastung für die Anwohner, was auch ein offener Brief von bayerischen Kommunen an das Bundesverkehrsministerium eindrücklich unterstreicht. Interessanterweise hat Österreich bereits ein Abfahrverbot für durchreisende Autofahrer in bestimmten Bezirken Tirols eingeführt, das nur an Wochenenden und Feiertagen gilt und den Durchreiseverkehr betrifft. Weitere Details dazu finden Sie hier.
Vision Zero und Verkehrssicherheit
Im Rahmen der umfassenden Bemühungen um Verkehrssicherheit hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) das Verkehrssicherheitsprogramm 2021-2030 ins Leben gerufen, das unter dem Motto „Vision Zero“ steht. Das Ziel dieser Initiative ist klar: keine Toten oder Schwerverletzten im Straßenverkehr. Um dies zu erreichen, stellt das BMDV Mittel für Förderungen und Finanzierungen zur Verfügung, die auch die Forschung im Bereich Verkehrssicherheit unterstützen.
Ein wichtiger Aspekt hierbei ist die Innovationsinitiative mFUND, die Projekte zur Digitalisierung der Verkehrssysteme und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit fördert. Außerdem gibt es den Nationalen Radverkehrsplan 3.0, der als Grundlage für die Förderung des Radverkehrs dient. Um die Sicherheit für Zweiradfahrende zu erhöhen, werden verschiedene Maßnahmen gefördert, die sich nicht nur auf Fahrräder, sondern auch auf Pedelecs, E-Scooter und Motorräder erstrecken. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) führt jährlich zahlreiche Forschungsprojekte durch und veröffentlicht ihre Ergebnisse in verschiedenen Formaten. Weitere Informationen zu diesen Initiativen sind unter diesem Link zu finden.