Im Herzen des Wiener Praters wirkt seit 1991 ein ganz besonderer Seelsorger: Stefan Schumann, der als „Praterpfarrer“ die Verantwortung für die Seelsorge der Schausteller übernommen hat. Seine Tätigkeit lässt sich gut mit der eines Dorfpfarrers vergleichen, denn wie ein solcher ist er für die Menschen in seinem Umfeld da. Als Nationaldirektor der Circus- und Schaustellerseelsorge der Evangelischen Kirche in Österreich betreut er ein weites Arbeitsfeld, das ganz Österreich umfasst und auch Volksfeste, Messen und Kirtage einbezieht. Schumann ist nicht nur ein geistlicher Begleiter, sondern auch ein aktiver Teil des „Dorflebens“ im Prater, wo er beispielsweise am Praterball und bei Geschäftseinweihungen teilnimmt.

Ein wichtiger Aspekt seiner Arbeit ist der gemeinsame Gottesdienst, den er zweimal im Jahr mit den Schaustellern im Obergeschoß des Schweizerhauses feiert. Die traditionelle Kirchgang am Sonntagvormittag ist für die Schausteller aufgrund ihrer Arbeitszeiten oft nicht möglich. Deshalb finden auch Gottesdienste in der Kirche Maria Grün in der Nähe des Lusthauses statt. Schumann betont die zentrale Rolle von Tradition und sanften Erneuerungen unter den Schaustellern, vor allem in Krisenzeiten, wo der Zusammenhalt der Praterunternehmer besonders wichtig wird. Lebensfreude und Unbeschwertheit sind Werte, die er hochhält und die der Prater den Besuchern bietet. Wie Schumann sagt, kommen die besten Dinge im Leben oft unerwartet.

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Die Bedeutung der Schaustellerseelsorge

Die Schaustellerseelsorge ist nicht nur ein lokales Phänomen in Wien. Sie ist Teil eines größeren Netzwerks, das seit über 50 Jahren in Deutschland rund 23.000 Gemeindeglieder begleitet. Die Evangelische Kirche in Deutschland kümmert sich um reisende Menschen, darunter Artisten kleiner und großer Circusfamilien, Schausteller mit Fahrgeschäften, sowie Puppenspieler und Marktkaufleute. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der intensiven Besuchspraxis bei den reisenden Familien, Gottesdiensten auf Volksfesten und in der Manege des Chapiteaus, sowie der Durchführung von Taufen, Konfirmationen und Beerdigungen.

Ein weiterer bedeutender Aspekt der Schaustellerseelsorge ist die Generierung von Gemeinschaft durch Veranstaltungen und Publikationen, wie etwa den neuen Pfarrbrief 2025, der 80 Seiten umfasst und reich bebildert ist. Dieser Pfarrbrief, der online bestellbar ist, enthält wertvolle Inhalte und Informationen für die reisende Gemeinde, darunter auch ein Grußwort des Bischofs von Speyer, Dr. Karl-Heinz Wiesenmann. Für die Jahre 2023 und 2024 sind zudem Wallfahrten nach Altötting geplant, bei denen Prälat Propst Markus Grasl und Abt Johannes Perkmann OSC die Schausteller begleiten werden.

Ein Blick in die Zukunft

Die Schaustellerseelsorge bleibt ein wichtiger Bestandteil des Lebens von Schaustellern und Circusfamilien. Veranstaltungen wie das Pontifikalamt mit Weihbischof Borsch aus Aachen und Themen wie „Mit Weihwasser über das Oktoberfest“ zeigen, dass die Verbindung zwischen Glaube und Festkultur lebt. Die Schausteller sind nicht nur Unternehmer, sie sind Teil einer großen, lebendigen Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt und gemeinsam feiert. Stefan Schumann und seine Kollegen stehen dabei als Ansprechpartner zur Verfügung, um die spirituellen Bedürfnisse dieser besonderen Bevölkerung zu erfüllen.

Für mehr Informationen über die Schaustellerseelsorge und ihre Angebote besuchen Sie bitte die offizielle Webseite.

Die Geschichte und Tradition der Schaustellerseelsorge sind nicht nur für die Betroffenen selbst von Bedeutung, sondern bereichern auch die kulturelle Landschaft Österreichs. Die Kombination aus Tradition, Gemeinschaft und Spiritualität bietet einen einzigartigen Raum für die Schausteller, der weit über die einzelnen Veranstaltungen hinausgeht. Wie Schumann treffend feststellt, ist der Prater ein Ort, an dem Lebensfreude und Unbeschwertheit großgeschrieben werden.