Am Mittwoch, den 25. Februar, laden die Neos Leopoldstadt und die Grätzlpolizei zur Nachtbegehung ein. Diese Veranstaltung hat das Ziel, die Sicherheit am Praterstern und am Donaukanal zu thematisieren. Nach einer ersten Nachtbegehung im vergangenen Herbst, bei der dunkle und uneinsichtige Bereiche identifiziert wurden, geht es nun darum, konkrete Verbesserungen anzustoßen und das Thema Sicherheit im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Bezirksrätin Helena Gabriel hebt hervor, wie wichtig das Sicherheitsgefühl für alle Bürger, insbesondere für Frauen und Mädchen, ist. Der Startpunkt der Begehung ist um 18 Uhr beim Tegetthoff-Denkmal am Praterstern, und die Veranstaltung wird etwa eine Stunde dauern. Im Anschluss, ab 19 Uhr, findet im Café Engländer (Postgasse 2) eine Diskussionsrunde über identifizierte Problemstellen und mögliche Lösungsvorschläge statt. Mehr dazu hier.
Die Notwendigkeit dieser Initiative wird durch die aktuelle Sicherheitslage am Praterstern unterstrichen. Ende Oktober wurde eine 18-Jährige dort vergewaltigt und beraubt. Auch in den letzten Monaten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Männergruppen, die mit Schreckschusspistolen und Messern bewaffnet waren. Die Polizei ist am Praterstern täglich mehrfach im Einsatz, was zeigt, dass die Situation ernst genommen wird. Passanten berichten jedoch, dass die Einführung von Alkohol- und Waffenverboten in den Jahren 2018 und 2019 keine wesentlichen Verbesserungen gebracht hat. Anwohner äußern Bedenken, dass der Praterstern nie ein sicherer Ort war und Konflikte von geflüchteten Personen fortgesetzt werden. Hier erfahren Sie mehr.
Sicherheitsgefühl in urbanen Räumen
Die aktuelle Debatte über die Sicherheit am Praterstern spiegelt ein größeres Problem wider, das viele städtische Räume betrifft. Studien zeigen, dass das Sicherheitsgefühl in Deutschland sozial und regional ungleich verteilt ist. In städtischen Gebieten sind sowohl subjektive als auch objektive Messungen von Sicherheit entscheidend, um das Vertrauen der Bürger in die öffentlichen Räume zu stärken. Die Wissenschaftler betonen, dass die Stadtstruktur und die soziale Umgebung einen großen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Anwohner haben. Lesen Sie mehr über die Hintergründe.
Die Sicherheitslage am Praterstern ist nicht nur ein lokal begrenztes Problem, sondern spiegelt auch die Herausforderungen wider, mit denen viele urbanen Räume konfrontiert sind. Die Erhöhung der Polizeipräsenz und die kontinuierliche Überwachung durch verschiedene Einheiten sind Maßnahmen, die zur Verbesserung der Situation beitragen können. Es bleibt jedoch abzuwarten, welche konkreten Vorschläge und Lösungen aus der Diskussionsrunde im Café Engländer hervorgehen werden. Die Nachtbegehung am 25. Februar könnte der erste Schritt in eine sicherere Zukunft für den Praterstern und seine Umgebung sein.