In der Leopoldstadt hat der neue GBWohntreff „Zuhause im Grätzl“ seine Türen geöffnet und bietet ab sofort eine kostenfreie Anlaufstelle für alle, die Fragen rund um das Wohnen im Alter haben. Die Initiative zielt darauf ab, den Bewohnerinnen und Bewohnern Unterstützung, Informationen und einen Raum für den Austausch zu bieten. Ab Januar 2026 werden in allen sechs Wiener GBStadtteilbüros insgesamt 30 Termine stattfinden, die ohne vorherige Anmeldung besucht werden können. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.
Die Themen, die im Rahmen des Wohtreffs behandelt werden, reichen von Wohnfragen über Nachbarschaftsangelegenheiten bis hin zu alltäglichen Herausforderungen im Stadtteil. Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál hebt hervor, wie wichtig die Lebensbegleitung durch das Wohnen ist. Die GB-Teams, unterstützt von Fachleuten wie dem Wohnservice Wien und dem Fonds Soziales Wien, stehen bereit, um individuelle Beratungen anzubieten. Besonders angesprochen werden sollen unterschiedliche Zielgruppen, darunter junge Wohnungssuchende, Familien und ältere Menschen.
Fokus auf ältere Menschen
Ein wichtiger Termin im Veranstaltungskalender ist der 18. Februar im GB Stadtteilbüro am Max-Winter-Platz 23. Hier wird das Thema „Älter werden, wohnen bleiben“ im Mittelpunkt stehen. Dabei werden verschiedene Wohnangebote für ältere Menschen vorgestellt, die unter anderem barrierefreie Wohnungen und betreute Wohnformen umfassen. Diese Maßnahmen sind nicht nur wichtig, um Sicherheit und Komfort zu gewährleisten, sondern auch um den Bewohnern ein selbstbestimmtes Leben in ihrem vertrauten Umfeld zu ermöglichen.
Die Notwendigkeit, Wohnräume an die Bedürfnisse von älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen anzupassen, ist nicht nur in Wien ein Thema. Auf bundesebene verfolgt die Bundesregierung das Ziel, mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) nachhaltigen und barrierefreien Wohnraum zu schaffen. Seit 2014 gibt es das KfW-Zuschussprogramm „Altersgerecht Umbauen“, das zahlreiche Zuschüsse in Höhe von insgesamt 722,2 Millionen Euro für über 388.421 Wohneinheiten bereitgestellt hat. Diese Förderung soll helfen, Barrieren in Bestandsimmobilien abzubauen und damit die Lebensqualität zu verbessern.
Fördermöglichkeiten und Zukunftsperspektiven
Eine Evaluation aus dem Jahr 2020 zeigt jedoch, dass nur etwa 1,5 Prozent der Wohnungen barrierearm sind und über zwei Millionen Wohnungen dringend barrierereduzierende Maßnahmen benötigen. Das KfW-Eigenmittelprogramm bietet zinsverbilligte Kredite für Privatpersonen und Wohnungsbaugesellschaften an, um den altersgerechten Umbau voranzutreiben. Zudem können Investoren zinsgünstige Kredite beantragen, um Barrieren im öffentlichen Raum abzubauen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um den demografischen Wandel und die steigende Zahl älterer Menschen in unserer Gesellschaft zu berücksichtigen.
In diesem Zusammenhang wird auch darauf hingewiesen, dass kleine Umbaumaßnahmen, wie handhabare Bedienelemente oder altersgerechte Sanitärobjekte, bereits große Verbesserungen im Alltag älterer Menschen bewirken können. Langfristige Planungen sind ratsam, um sicherzustellen, dass Immobilien auch in späteren Lebensphasen den persönlichen Bedürfnissen gerecht werden. Die KfW bietet hierfür zahlreiche Fördermöglichkeiten an.
Die Eröffnung des GB*Wohntreffs ist also nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung für die Leopoldstädter, sondern spiegelt auch die bundesweiten Bemühungen wider, Wohnraum an die Bedürfnisse einer sich verändernden Gesellschaft anzupassen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen weiterhin vorangetrieben werden, um allen Altersgruppen ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.