Die geheimnisvolle Unterwelt Wiens ist ein faszinierendes Thema, das nicht nur Geschichts- und Architekturinteressierte in ihren Bann zieht. Am Mittwoch, den 25. Februar, findet von 18 bis 20 Uhr ein spannender Vortrag über die Wiener Unterwelt in der Schankwirtschaft im Augarten statt. Der Referent, Lukas Arnold, ein Fotograf, Forscher und Hobby-Historiker, wird die Zuhörer mit auf eine Reise in die verborgensten Ecken der Stadt nehmen, wo geheime Gänge, vergessene Flüsse und städtische Geschichte aufeinandertreffen.
In den unterirdischen Strukturen Wiens, die bis zu 20 Meter unter der Stadt liegen, findet man große Hallen, verwinkelte Gänge und Kellerlabyrinthe. Historische Elemente, wie die originalen Steinquader der römischen „Porta principalis dextra“ im ersten Bezirk und Bunkeranlagen aus dem 20. Jahrhundert, sind Teil dieser faszinierenden Entdeckungstour. Besonders interessant ist der Fokus auf die verschwundenen Flussläufe Wiens und deren Spuren im Untergrund, die Lukas Arnold und sein Team seit über sieben Jahren erforschen und dokumentieren. Die Veranstaltung wird von der Interessengemeinschaft zur Erforschung und Dokumentation unterirdischer Bauten organisiert, und der Eintrittspreis beträgt 10 Euro, Tickets sind online unter www.unterwien.at erhältlich. Verpflegung wird vor Ort angeboten.
Ein Blick in die Wiener Unterwelt
Wien ist nicht nur für seine prächtige Architektur, die gemütlichen Kaffeehäuser und die kulturellen Sehenswürdigkeiten bekannt, sondern auch für eine geheimnisvolle Unterwelt. Der erste Wiener Bezirk ist vollständig unterkellert, und zahlreiche versteckte Gänge führen zu Luftschutzkellern, Bunkern und Katakomben. Diese Keller erstrecken sich bis zu 15 Meter unter die Erde und sind oft über 4-5 Stockwerke miteinander verbunden. In der Vergangenheit dienten sie als Fluchtwege während Luftangriffen, was die Bedeutung dieser unterirdischen Welt unterstreicht.
Ein Zugang zur Unterwelt ist beispielsweise über das Trachtengeschäft „Loden Plankl“ möglich, das an die „Michaeler Gruft“ grenzt, die unter der 800 Jahre alten Michaelerkirche liegt. Interessanterweise lebten im 19. Jahrhundert viele Menschen am Rande der Gesellschaft in der Kanalisation, und die Obdachlosen suchten dort Unterschlupf. Heutzutage bietet Wien noch Plätze in der Unterwelt, die Obdachlosen Essen und Unterkunft ermöglichen.
Die Geschichte der Wiener Kanalisation
Die Wiener Kanalisation wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und stellte eine Zuflucht für Arbeits- und Obdachlose dar. Diese weitgehende Begehbarkeit ist jedoch für Unbefugte aus Sicherheitsgründen verboten. In den frühen 1900er Jahren wagte sich der Journalist Max Winter als Obdachloser in den Wiener Untergrund, um über die Lebensbedingungen der Menschen zu berichten, die in diesen dunklen Ecken der Stadt lebten. Seine Reportagen und das Buch „Im unterirdischen Wien“ machten die Problematik der Obdachlosigkeit bekannt.
Die Kanalisation, die eine Länge von 2.400 Kilometern aufweist, spielt heute keine nennenswerte Rolle mehr als Zufluchtsort, da soziale Einrichtungen entstanden sind, die Obdachlosen Alternativen bieten. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kanalisation auch von Geheimagenten genutzt. Dennoch bleibt die Geschichte der Wiener Unterwelt ein spannendes Kapitel, das nicht nur die Stadtgeschichte widerspiegelt, sondern auch die sozialen Herausforderungen der verschiedenen Epochen aufzeigt.
Für alle, die sich für die versteckten Geschichten Wiens interessieren, ist der Vortrag mit Lukas Arnold eine hervorragende Gelegenheit, mehr über die faszinierenden und oft vergessenen Aspekte der Stadt zu erfahren.