Am Donnerstag wurde im Bezirk Landstraße in Wien eine 26-jährige Frau mit lebensgefährlichen Verletzungen in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Polizei vermutet, dass es sich um ein schweres Gewaltverbrechen handelt, möglicherweise sogar um ein Sexualdelikt. Die Frau wurde in der Mohsgasse entdeckt, nachdem ihre Mutter Anzeige erstattet hatte, weil sie ihre Tochter tagelang nicht erreichen konnte. Die Einsatzkräfte öffneten die Wohnung gegen 13 Uhr und fanden die stark dehydrierte Frau, die nur schwer ansprechbar war. Sanitäter versorgten sie notfallmedizinisch und brachten sie in ein Krankenhaus, wo zahlreiche Verletzungen, darunter Hämatome und Schürfwunden, festgestellt wurden, die auf massive Gewalteinwirkung hindeuten. Die Frau wurde in den Schockraum eingeliefert und schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Die Polizei bestätigt, dass von einem Gewaltverbrechen und einem möglichen Sexualdelikt ausgegangen wird. Offenbar lag die 26-Jährige mehrere Tage hilflos in der Wohnung und konnte keine Angaben zu den Hintergründen der Tat machen. Die Spurensicherung war auch am Freitagnachmittag noch in der Wohnung tätig, und der Fall wird strafrechtlich aufgeklärt. Weitere Informationen zu diesem Vorfall sind in einem Artikel der Zeitung der Arbeit zu finden.

Die Dimension von Gewalt gegen Frauen

Der Vorfall in Wien ist nicht isoliert, sondern spiegelt ein weit verbreitetes Problem wider. Laut dem Bundeslagebild „Häusliche Gewalt“ dokumentiert das Bundeskriminalamt (BKA) für das Jahr 2024, dass 171.069 Personen Opfer von Partnerschaftsgewalt wurden. Davon sind rund 80% Frauen, während 77,7% der Tatverdächtigen Männer sind. Es ist alarmierend, dass die Opferzahlen für Partnerschaftsgewalt um 1,9% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Dies zeigt, dass häusliche Gewalt ein drängendes gesellschaftliches Problem darstellt, das dringend angegangen werden muss.

Die häufigsten Delikte, die im Zusammenhang mit Partnerschaftsgewalt auftreten, sind Körperverletzungen. Im Jahr 2024 wurden 132 Frauen und 24 Männer getötet, was die brutale Realität der Gewalt in der Partnerschaft unterstreicht. Auch innerfamiliäre Gewalt ist ein ernstes Thema; 94.873 Personen wurden davon betroffen, wobei 54,2% der Opfer weiblich sind. Der Anstieg der Opferzahlen in diesem Bereich ist um 7,3% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Häusliche Gewalt und ihre Formen

Häusliche Gewalt umfasst nicht nur physische, sondern auch psychische und sexualisierte Gewalt sowie ökonomische Kontrolle. Tatörtlichkeiten sind meist die eigenen Wohnungen oder Häuser, was die Tragik der Situation verdeutlicht. In vielen Fällen stehen die Tatverdächtigen unter dem Einfluss von Alkohol; etwa 21,9% bei Partnerschaftsgewalt und 12,1% bei innerfamiliärer Gewalt waren zum Zeitpunkt der Tat alkoholisiert. Diese Daten belegen die Notwendigkeit, Hilfsangebote und Aufklärungsarbeit zu intensivieren.

Die Dunkelfeld-Opferbefragung zeigt, dass die Anzeigequote bei Partnerschaftsgewalt unter 5% liegt, was darauf hindeutet, dass viele Opfer aus Angst oder Scham keine Hilfe suchen. An dieser Stelle sind Hilfsangebote wie das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (116 016) oder das Männerhilfetelefon (0800 1239900) von entscheidender Bedeutung, um Betroffene zu ermutigen, sich Unterstützung zu holen.

Die Tragödie, die sich in Wien ereignet hat, ist ein weiterer Weckruf für die Gesellschaft, sich mit dem Thema Gewalt gegen Frauen auseinanderzusetzen und die notwendigen Schritte zur Prävention und Unterstützung zu unternehmen. Ein umfassender Ansatz, der Bildung, Aufklärung und rechtliche Maßnahmen kombiniert, ist unerlässlich, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern und den Opfern die Hilfe zukommen zu lassen, die sie dringend benötigen.