Am 6. März 2026 eröffnete das Bezirksmuseum Landstraße mit großem Andrang die diesjährigen Frühjahrsausstellungen. Über 90 Gäste fanden sich im Sitzungssaal des Bezirksamts ein, um zwei spannende Ausstellungen zu besuchen: „Das Wasser und die Landstraße“ und eine Hommage an den Künstler Josef Engelhart. Die Eröffnungsfeier wurde von Dr. Rudolf Zabrana bereichert, der in seinem Referat die Entwicklung der Donau und ihrer Nebenflüsse beleuchtete. Zu diesem Anlass wurde auch ein Buch über die zweite Hochquellwasserleitung überreicht, die seit 1905 in Betrieb ist. Diese Leitung ist ein bedeutendes Zeugnis der Wiener Wasserversorgungsgeschichte, die eine lange und interessante Entwicklung hinter sich hat.
Josef Engelhart, ein gefragter Künstler in Wien um 1900, war Mitbegründer der Secession und des Bezirksmuseums Landstraße. Er schuf unter anderem den Brunnen am Karl-Borromäus-Platz in Zusammenarbeit mit dem berühmten Architekten Jože Plečnik. Engelhart war mit Doris Mautner Markhof verheiratet, deren Vater ein wohlhabender Bierbrauer war. Im Rahmen der Ausstellung präsentierte Dr. Josef Azizi, der Urenkel von Engelhart, einige seiner Gemälde in einer eindrucksvollen PowerPoint-Vorführung. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Ingomar Kmentt, der Wiener Lieder spielte, die von Engelhart illustriert wurden.
Die Ausstellungen im Detail
Die Ausstellung über Josef Engelhart zeigt mehr als 60 Werke des Künstlers, darunter Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen. Diese Werke stammen sowohl aus dem Museumsbestand als auch von Institutionen und privaten Leihgebern. Wer sich für die Kunst und das Leben Engelharts interessiert, sollte sich die Möglichkeit nicht entgehen lassen, diese Sammlung bis zum 1. Juli 2026 zu besuchen.
Parallel dazu beleuchtet die Ausstellung „Das Wasser und die Landstraße“ die Bedeutung des Wassers für die Stadtentwicklung Wiens. Sauberes Wasser ist ein kostbares Gut, und Wien kann auf eine lange Geschichte der Wasserversorgung zurückblicken. Die älteste Wasserleitung wurde bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. von den Römern angelegt. Nach der Römerzeit waren die Bewohner auf Bach- und Flussläufe sowie Grundwasserbrunnen angewiesen, was oft zu hygienischen Problemen führte. Erst ab dem 16. Jahrhundert wurden systematische Wasserleitungen eingerichtet, um den wachsenden Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.
Wasserversorgung in Wien
Die Entwicklung der Wasserversorgung in Wien erforderte einen langen Prozess. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts reichte das Brunnenwasser aufgrund des Bevölkerungswachstums nicht mehr aus. Die Einführung der Dampfmaschine ermöglichte es, gefiltertes Donauwasser hochzupumpen, was die Situation erheblich verbesserte. Die erste Hochquellenleitung wurde 1873 in Betrieb genommen, gefolgt von der zweiten Hochquellenleitung 1910, die die Wasserversorgung bis heute sicherstellt. Hygiene-Maßnahmen, wie die Ableitung von Schmutzwasser, sind ebenfalls von großer Bedeutung für die Gesundheit der Stadtbevölkerung und wurden bereits im Mittelalter implementiert.
Die beiden Ausstellungen im Bezirksmuseum Landstraße bieten somit nicht nur einen Einblick in das künstlerische Schaffen von Josef Engelhart, sondern auch in die faszinierende Geschichte der Wasserversorgung Wiens. Beide Ausstellungen können bis zum 1. Juli 2026 besucht werden. Für weitere Informationen steht das Bezirksmuseum unter der Adresse 1030, Sechskrügelgasse 11, telefonisch unter +43 1 4000 03127 oder per E-Mail an bm1030@bezirksmuseum.at zur Verfügung. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch von 16-18 Uhr und Sonntag von 10-12 Uhr.
Für alle Interessierten lohnt sich ein Besuch dieser Ausstellungen, um sowohl die Kunst von Engelhart zu würdigen als auch die Bedeutung des Wassers für die Entwicklung Wiens zu entdecken. Wer mehr über die Hintergründe erfahren möchte, kann die <a href="https://www.meinbezirk.at/landstrasse/c-regionauten-community/erfolgreicher-start-fuer-die-fruehjahrsausstellungen-im-bezirksmuseum-landstrasse_a8509897„>Quelle nachlesen und tiefer in die Thematik eintauchen.