Am 11. Februar 2026 feierte das Theater in der Josefstadt in Wien die Premiere von „Hamlet“, dem berühmten Werk von William Shakespeare. Diese Inszenierung erregt besondere Aufmerksamkeit, da sie in der letzten Spielzeit des Regisseurs Stephan Müller aufgeführt wird. Bei der Generalprobe, die besucht wurde, zeigten sich sowohl Stärken als auch Schwächen der Aufführung. Interessanterweise hat das Theater in der Josefstadt keine lange Tradition für große Klassiker, was die Erwartungen an diese Inszenierung zusätzlich steigert.
Die Aufführung basiert auf Heiner Müllers Übersetzung, die von vielen als nicht optimal angesehen wird. In dieser Version reduziert sich die Anzahl der Darsteller auf zwei Frauen und sieben Männer, wobei fünf Männer mehrere Rollen übernehmen. Das Bühnenbild, gestaltet von Sophie Lux, wird durch eine düstere Lichtgestaltung unterstützt, und der Geist von Hamlets Vater erscheint in Form von Videos. Die Inszenierung hat die Anzahl der Szenen durch Kürzungen verringert, was einige Passagen zwar straffer erscheinen lässt, jedoch auch zu Unklarheiten führt. Insbesondere die Darstellung von Claudius‘ Gebet in einer Badewanne wird als schädlich für die Dramaturgie erachtet.
Die Charaktere und ihre Darstellung
Hamlet wird in dieser Inszenierung als ein wütender junger Mann charakterisiert, der gegen eine korrupte Generation kämpft. Claudius, gespielt von Stolzmann, wird nicht ganz jung, jedoch mit Wut und Schmerz dargestellt. Die Figuren Gertrud und Claudius wirken dabei weniger königlich und mehr modern. Ophelia, die von Johanna Mahaffy gespielt wird, erfährt durch Kostüm- und Regieentscheidungen eine Einschränkung in ihrer Wirkung. Weitere Darsteller in dieser Aufführung sind Dominic Oley (Horatio), Marcus Bluhm (Polonius), Martin Niedermair (Laertes), Tobias Reinthaller (Guildenstern) und Marcello De Nardo (Totengräber).
Trotz der Mängel wird die Aufführung insgesamt als weitgehend gelungen betrachtet. Der alte König von Dänemark, dessen Tod die Handlung ins Rollen bringt, wird als von einer Schlange gebissen beschrieben, während er im Garten schläft. Der verstorbene König hinterlässt eine Witwe, die ihren Schwager Claudius heiratet, und der Sohn, Prinz Hamlet, wird aus seinen Studien in Wittenberg zurückgerufen. Hamlet erfährt, dass der Geist seines Vaters Nacht für Nacht auf den Mauern der Burg erscheint und ihm offenbart, dass er von Claudius ermordet wurde. Dies führt Hamlet dazu, Wahnsinn vorzutäuschen, um Verdacht zu vermeiden. Die Ereignisse eskalieren in einem Kampf zwischen Aufklärung und Vertuschung, wobei sich die Figuren zunehmend in Intrigen verstricken.
Vergleich mit anderen Inszenierungen
Ein weiterer interessanter Kontext ergibt sich aus der Inszenierung von „Hamlet“, die am 5. September 2024 im Burgtheater Premiere feierte. Unter der Regie von Karin Henkel kombinierte diese Aufführung Elemente von Komödie und Tragödie, wobei die schauspielerische Leistung gelobt wurde. In dieser Version spielten mehrere Darsteller die Rolle des Hamlet, und es gab eine Mischung aus humorvollen und grotesken Elementen. Kritiker wiesen jedoch darauf hin, dass die Tragik des Originals nicht vollständig zur Geltung kam und einige Momente als unfertig beschrieben wurden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Inszenierung von „Hamlet“ im Theater in der Josefstadt trotz ihrer Herausforderungen ein vielschichtiges Erlebnis bietet, das die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Themen Identität und Täuschung in den Vordergrund rückt. Weitere Informationen zur Inszenierung finden Sie in der ausführlichen Berichterstattung auf onlinemerker.com sowie auf schauspiel-stuttgart.de und nachtkritik.de.