Am 8. März findet in Wien die Demo von Take Back the Streets statt, an der auch Amnesty International teilnimmt. Die Veranstaltung beginnt um 13:12 Uhr vor der Stadthalle und zieht ab 14:30 Uhr über die Burggasse in Richtung Held:innenplatz. Diese Demonstration ist ein wichtiger Bestandteil des Internationalen Frauentags, der seit 1975 von den Vereinten Nationen als Tag zur Bekämpfung von Gewalt, Diskriminierung und Ausbeutung sowie zur Förderung der Geschlechtergleichstellung institutionalisiert ist. Weitere Informationen zur Demo sind auf dem Instagram-Kanal @takeback_8m zu finden.
Der Internationaler Frauentag hat seine Wurzeln im Jahr 1909 in den USA und hat sich seitdem weltweit verbreitet. Es ist ein Tag, an dem weltweit auf die Herausforderungen aufmerksam gemacht wird, mit denen Frauen konfrontiert sind. In Österreich erleben fast jede vierte Frau sexualisierte Gewalt, meist durch Männer. Dies ist ein alarmierendes Zeichen dafür, dass Frauenrechte nicht überall als Menschenrechte anerkannt werden. Genderbasierte Ungleichheit hat negative Auswirkungen auf Sicherheit, Chancen, Gesundheit und Leben.
Die Herausforderungen der Geschlechtergerechtigkeit
Die Forderung nach einem Sexualstrafrecht, das die aktive Zustimmung in den Mittelpunkt stellt (Nur Ja heißt Ja), ist ein zentrales Anliegen. Laut der WHO erlebt jede dritte Frau psychische oder sexualisierte Gewalt, häufig in Partnerschaften. In Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal Opfer von physischer oder sexualisierter Gewalt. Im Jahr 2023 wurden 167.639 Fälle von Partnerschaftsgewalt angezeigt, was einen Anstieg von 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Darüber hinaus sind 79 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt weiblich.
UN Women weist darauf hin, dass der Fortschritt in der Geschlechtergerechtigkeit „zu langsam, zu fragil und zu ungleichmäßig“ ist. Zwischen 2019 und 2023 gab es weltweit 56 positive Rechtsreformen im Bereich Geschlechtergerechtigkeit, doch in 67 von 120 Ländern fehlen Gesetze gegen Diskriminierung von Frauen. In vielen Ländern haben Frauen nicht die rechtliche Gleichheit in Ehe und Scheidung oder in der Vergütung für gleichwertige Arbeit. Diese Statistiken unterstreichen die Notwendigkeit, patriarchale Strukturen zu durchbrechen und für die Rechte der Frauen zu kämpfen.
Der Weg zur Gleichstellung
Der Internationale Frauentag ist ein wichtiger Appell für konkrete Maßnahmen zur Förderung der Frauenrechte. Die Forderung nach Frauenquoten in Aufsichtsräten und Vorständen großer Unternehmen sowie einem Paritätsgesetz für den Bundestag ist von zentraler Bedeutung. Frauen stellen über die Hälfte der Bevölkerung, sind jedoch in wirtschaftlicher und politischer Macht unterrepräsentiert. Die geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit ist eine weitere Forderung, die oft geäußert wird.
In Deutschland zeigt sich eine leichte Verbesserung des Gender Pay Gap, der von 18 Prozent im Jahr 2022 auf 16 Prozent im Jahr 2023 gesunken ist. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen, gleiche Löhne für gleiche Arbeit zu gewährleisten. Das Gewalthilfegesetz 2025 soll den Zugang zu Schutz- und Beratungseinrichtungen für Gewaltopfer verbessern und ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Internationale Frauentag nicht nur ein Anlass ist, um auf bestehende Ungerechtigkeiten hinzuweisen, sondern auch eine Plattform für den Dialog und die Forderung nach Veränderung. Die Herausforderungen sind vielfältig, doch die Stimmen der Frauen werden immer lauter und fordern Gerechtigkeit und Gleichstellung in allen Lebensbereichen.