In der Wochenschau der Wiener Frauenwoche, die vom 2. bis 8. März stattfand, erlebte die Stadt einen historischen Ansturm. Über 8000 Frauen nahmen an den über 200 kostenlosen Veranstaltungen teil, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 7000 im Vorjahr. Die Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál (SPÖ) hatte zur dritten Wiener Frauenwoche eingeladen, die sich der Förderung von gesellschaftlicher Gleichberechtigung und der finanziellen, kulturellen sowie politischen Teilhabe widmet. Ein Highlight war das „Offene Rathaus“ am 7. März, wo zahlreiche Angebote auf die Besucherinnen warteten, darunter die isländische Kultdokumentation „Ein Tag ohne Frauen“ und Konzerte von ehemaligen Teilnehmerinnen des Pink Noise Camp.
Die Veranstaltungen reichten von Workshops über Stadtspaziergänge bis hin zu Tanzkursen, Filmvorführungen, Diskussionen und Vorträgen. Besonders hervorzuheben ist die Pionierinnengalerie „Wien. Stadt der großen Töchter“, die außergewöhnliche Frauen und ihr Engagement in den Fokus rückt. Zu Beginn der Frauenwoche wurden Tafeln für die bedeutenden Persönlichkeiten Käthe Sasso und Rosa Mayreder enthüllt. Eine Ausstellung mit dem Titel „Wiens große Töchter“ wird bis zum 31. März im Arkadenhof des Wiener Rathauses zu sehen sein, während die KUBUS-Installation von VALIE EXPORT Porträts von Aktivistinnen und Politikerinnen zeigt, die bis Ende März zu bestaunen sind. Weitere Informationen über aktuelle Events und Angebote des Frauenservice Wien sind auf Social Media und der Webseite wienerfrauenwoche.at verfügbar.
Ein Blick auf die Veranstaltungen
Die Wiener Frauenwoche bot ein abwechslungsreiches Programm. Neben dem offenen Rathaus, das ab 15:00 Uhr für alle Interessierten geöffnet war, wurden auch Workshops zu Themen wie Financial Literacy und Mädchenrechte angeboten. Diese Workshops sind Teil einer umfassenden Strategie, die Frauen und Mädchen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung unterstützen soll. Die Anmeldung zu den Veranstaltungen war bereits im Voraus auf wienerfrauenwoche.at möglich.
Ein Beispiel für den Erfolg solcher Initiativen zeigt sich in anderen Städten wie Hannover, wo Stadtführungen die Geschichten „vergessener“ Frauen wiederbeleben. Diese Führungen zielen darauf ab, das Bewusstsein für den Einfluss von Frauen in der Gesellschaft zu schärfen. Ähnliche Projekte gibt es auch in Düsseldorf und Köln, wo Frauen in der öffentlichen Wahrnehmung sichtbarer gemacht werden. Diese Bemühungen sind wichtig, um die Geschlechterklischees in der Berufswahl zu hinterfragen und Frauen in Berufen, die traditionell von Männern dominiert werden, zu ermutigen.
Gleichstellung im Fokus
Die Wiener Frauenwoche ist ein bedeutsames Ereignis, das nicht nur aktuelle Themen aufgreift, sondern auch langfristige Veränderungen anstoßen möchte. Initiativen wie „YouCodeGirls“, die Mädchen für Coding und Künstliche Intelligenz begeistern wollen, sind ein weiterer Schritt in Richtung Gleichstellung im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Diese Plattform hilft, geschlechtsspezifische Barrieren abzubauen und Frauen zu ermutigen, in Bereichen Fuß zu fassen, die historisch gesehen von Männern dominiert wurden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wiener Frauenwoche sowohl ein Fest der Vielfalt als auch ein wichtiger Anstoß zur Diskussion über Geschlechtergerechtigkeit ist. Das Engagement der Stadt und der vielen Teilnehmerinnen zeigt, dass der Weg zur Gleichstellung weiter beschritten wird, und dass Veranstaltungen wie diese eine wichtige Rolle dabei spielen, Frauen zu empowern und sichtbarer zu machen.