Der Wiener Hochstrahlbrunnen am Schwarzenbergplatz ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern auch ein bedeutendes Wahrzeichen, das die Geschichte der Wasserversorgung in Wien prägt. Seine Inbetriebnahme im Jahr 1873 markierte einen Meilenstein für die öffentliche Gesundheit der Stadt, als er zusammen mit der I. Wiener Hochquellenleitung offiziell eröffnet wurde. Kaiser Franz Josef I. und Bürgermeister Cajetan Felder waren damals anwesend, um dieses beeindruckende Bauwerk in Empfang zu nehmen. Mit einer Vielzahl an Fontänen symbolisiert der Brunnen die Astronomie: 365 kleine Springbrunnen für die Tage des Jahres, sechs für die Wochentage, zwölf für die Monate und 30 für die Tage des Monats. Diese künstlerische Gestaltung stammt von dem Bauunternehmer Antonio Gabrielli, der auch die Wasserversorgung Wiens vorantrieb.

Doch trotz seiner historischen Bedeutung ist der Brunnen nicht unverwundbar. Aktuelle Studien haben erhebliche Schäden an der Bausubstanz und den technischen Anlagen festgestellt, was eine umfassende Sanierung erforderlich macht. Die notwendigen Arbeiten werden ab Ende 2027 bis zur Brunnensaison 2029 durchgeführt. Während dieser Zeit bleibt der Brunnen außer Betrieb, damit die Erneuerungsmaßnahmen, die insgesamt 12 Millionen Euro kosten, in vollem Umfang umgesetzt werden können. Die Sanierung umfasst die Erneuerung der baulichen und technischen Anlagen im Brunnenbecken und in der Brunnenstube. Historisches Steinmaterial wird abgetragen, instandgesetzt und originalgetreu wieder aufgebaut, wobei das Erscheinungsbild des Hochstrahlbrunnens erhalten bleibt.

Wichtige Details zur Sanierung

Die Sanierungsarbeiten laufen in enger Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt, damit die historischen Aspekte des Brunnens gewahrt bleiben. Die Planung der Arbeiten beginnt bereits 2023, und die Beschlüsse für die Sanierung sollen am 25. Februar und 25. März 2026 im Wiener Gemeinderat gefasst werden. Der Brunnen wird jährlich vom Weltwassertag (22. März) bis zur Winterpause betrieben. Mit einem Durchmesser von rund 40 Metern zählt das Becken zu den größten der Stadt, und die Höhe der Fontäne wird durch einen Sensor gesteuert. Seit 2014 wird zudem moderne LED-Technik verwendet, um nächtliche Farblichtspiele zu erzeugen, die das Erscheinungsbild des Brunnens in den Abendstunden noch attraktiver machen.

Die Geschichte des Hochstrahlbrunnens reicht weit zurück. Der Bau wurde im September 1872 genehmigt, und die Bauzeit betrug nur vier Monate. Ursprünglich war der Wasserverbrauch des Brunnens enorm, aber durch moderne Umwälzpumpen und Wasserführungssysteme wird heute im Kreislauf gearbeitet, um Ressourcen zu schonen. Seit 2013 leuchten die verschiedenen Farben der Beleuchtung energiesparend und tragen zur festlichen Atmosphäre in der warmen Jahreszeit bei. Der Brunnen ist somit nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein kulturelles Symbol, das Geschichte und Moderne in Wien vereint.

Ab 2029 wird der Hochstrahlbrunnen wieder vom Weltwassertag im März bis in den Herbst hinein in Betrieb sein, und die Wienerinnen und Wiener sowie die Gäste der Stadt können sich auf ein frisch renoviertes und eindrucksvolles Wahrzeichen freuen. Das bevorstehende Sanierungsprojekt bietet die Gelegenheit, dieses Stück Wiener Geschichte für zukünftige Generationen zu bewahren und gleichzeitig die Bedeutung von Wasser als Lebensquelle zu feiern. Weitere Informationen zur Sanierung finden Sie in den offiziellen Pressemitteilungen sowie im Bericht von Tips.