Der ÖAMTC hat heute, am 26. Februar 2026, seine Umgestaltungspläne für die Wiener Ringstraße vorgestellt. Das Konzept mit dem Titel „Platz für alle am Ring“ zielt darauf ab, die Verkehrssicherheit und -qualität für alle Teilnehmer zu erhöhen. Ein zentraler Bestandteil dieser Pläne ist die Schaffung eines baulich getrennten Zwei-Richtungs-Radhighways auf der inneren Ringseite, der es Radfahrenden ermöglichen soll, sicher und ungestört zu fahren.
Die Wiener Ringstraße ist eine bedeutende Verkehrsachse, die seit ihrer Eröffnung durch Kaiser Franz Joseph I. vor 161 Jahren unter steigendem Nutzungsdruck leidet. Mit dem Umbau sollen 40 Prozent mehr exklusiver Platz für Radfahrer geschaffen werden, was die derzeit verfügbaren 8.000 Quadratmeter auf 17.000 Quadratmeter erhöhen wird. In den letzten Jahren hat die Zahl der Radfahrer am Ring um 9 Prozent zugenommen, während die Zahl der Autofahrer stabil geblieben ist. Allerdings gab es einen alarmierenden Anstieg der Radunfälle, die seit 2018 um 97 Prozent gestiegen sind.
Das 360-Grad-Verkehrskonzept
Das von ÖAMTC vorgestellte „360-Grad-Verkehrskonzept“ sieht eine klare Trennung von Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr vor. Um die Sicherheit zu erhöhen, werden die Gehsteige durch Bäume und Grünflächen aufgewertet. Auch die andere Seite der Ringstraße soll zu einer Flaniermeile mit Aufenthaltsbereichen für Fußgänger umgestaltet werden. Dabei bleibt die Verkehrsführung für Autos unverändert, um Konflikte zwischen Radfahrenden und Fahrgästen an Haltestellen zu vermeiden.
Das Konzept umfasst nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern auch eine optische Neugestaltung des Rings sowie die Begrünung der Umgebung. Um das Unfallrisiko weiter zu verringern, wird eine Abtrennung des Kfz-Verkehrs vorgeschlagen. Zudem sollen innovative Lösungen zur Aufwertung des öffentlichen Raums umgesetzt werden, wie es im umfassenden ÖAMTC-Verkehrskonzept „Gemeinsam mehr bewegen“ festgelegt ist.
Technologische Fortschritte für mehr Sicherheit
Parallel zu den baulichen Veränderungen arbeitet die Stadt Wien an einem intelligenten Verkehrssystem, das die Verkehrssicherheit erhöhen und Emissionen reduzieren soll. Wichtige Bausteine dieses Projekts sind der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel sowie Rad- und Fußwege. Ein zentrales Element ist die Einführung von Cooperative-Transport-Systems (C-ITS), die eine Kommunikation zwischen Fahrzeugen und der Straßeninfrastruktur ermöglichen.
Erste Schritte in diese Richtung werden bereits umgesetzt: Bis Ende 2021 soll das erste intelligente Verkehrssystem als Pilotprojekt an der Ringstraße errichtet werden. Dazu gehören unter anderem Road-Side-Units (RSUs), die relevante Informationen an Fahrzeuge übermitteln. Die ersten Fahrzeuge, die mit diesen Technologien ausgestattet sind, sind bereits auf den Straßen unterwegs. Auch die zukünftige Verbreitung solcher Fahrzeuge wird erwartet, was die Sicherheit weiter erhöhen könnte.
Insgesamt zeigen die Pläne des ÖAMTC und die Initiative der Stadt, dass man in Wien bereit ist, die Mobilität der Zukunft aktiv zu gestalten. Durch eine Kombination aus baulichen Maßnahmen und technologischen Innovationen soll die Ringstraße nicht nur sicherer, sondern auch lebenswerter für alle Verkehrsteilnehmer werden. Weitere Informationen zu den Umbauplänen finden sich in der Quelle des ÖAMTC hier und den aktuellen Entwicklungen in der Stadt Wien hier.