Die Wiener Linien haben eine neue Kampagne ins Leben gerufen, die sich unter dem Motto „Host kan Genierer?“ an die Fahrgäste richtet. Ziel dieser Initiative ist es, mehr Rücksichtnahme im öffentlichen Nahverkehr zu fördern und das Bewusstsein für respektvolles Verhalten zu schärfen. Täglich nutzen über 2,4 Millionen Menschen das Netz der Wiener Linien, und es ist kein Geheimnis, dass in den öffentlichen Verkehrsmitteln oft laute Telefonate und Musik ohne Kopfhörer für Unmut sorgen. Die Kampagne zielt darauf ab, genau diese Verhaltensweisen in den Fokus zu rücken, um das Miteinander zu verbessern.
Die Kampagne startet am 9. März und umfasst verschiedene Elemente, darunter humorvolle Plakatmotive, die störendes Verhalten darstellen, und einen Kampagnensong, der auf Georg Danzers „I bin a Kniera“ basiert. Der Slogan „Für dich egal, für andere eine riesige Qual“ bringt es auf den Punkt und soll dazu anregen, über die eigene Wahrnehmung nachzudenken. Laut einer Umfrage unter 800 Teilnehmern geben zwar nur 9% an, laut zu telefonieren oder Videos ohne Kopfhörer zu schauen, doch 86% fühlen sich durch solches Verhalten gestört. 92% der Befragten halten es für wichtig, Rücksicht zu nehmen und die Regeln im öffentlichen Verkehr zu respektieren. Mehr Informationen zur Kampagne finden Sie hier.
Ein stärkeres Bewusstsein für Regeln
Um das „Unrechtsbewusstsein“ zu fördern, kündigte die Öffi-Stadträtin Ulli Sima verstärkte Kontrollen an. Die Kampagne wird durch Social-Media-Postings und Durchsagen in den Stationen unterstützt. Zusätzlich werden Mitarbeitende der Wiener Linien aktiv darauf achten, dass die Fahrgäste sich an die geltenden Regeln halten. Wer sich nicht an die Spielregeln hält, kann zunächst mit einer Verwarnung rechnen, im Wiederholungsfall drohen Strafen von bis zu 50 Euro. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, die darauf abzielt, Fahrgäste zu erreichen, die sich der Auswirkungen ihres Verhaltens nicht bewusst sind.
Die Kampagne ist nicht die erste ihrer Art in Wien. Bereits 2019 wurde auf Wunsch der Fahrgäste ein Essverbot in den U-Bahnen eingeführt, um die Sauberkeit und den Komfort zu erhöhen. Die aktuelle Initiative knüpft an diesen Erfolg an, indem sie erneut die Verhaltensnormen im öffentlichen Raum thematisiert und auf die Wichtigkeit der Rücksichtnahme hinweist. Hier erfahren Sie mehr über die Hintergründe dieser Kampagne.
Ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit
Die Initiative der Wiener Linien steht auch im Kontext der Bemühungen um Nachhaltigkeit im öffentlichen Verkehr. Busse und Bahnen in Deutschland, und somit auch in Österreich, tragen erheblich zur Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen bei. Jährlich werden rund 10 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart. Diese Zahlen verdeutlichen, dass ein respektvolles Miteinander in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht nur das Wohlbefinden aller Fahrgäste steigert, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet.
Öffentliche Verkehrsunternehmen in Deutschland und Österreich engagieren sich für mehr Nachhaltigkeit und arbeiten an der Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung umfasst. Das Verständnis für ein respektvolles Miteinander im Nahverkehr ist somit nicht nur eine Frage des guten Benehmens, sondern auch ein Beitrag zu einer nachhaltigeren und lebenswerteren Stadt. Die Wiener Linien setzen mit dieser Kampagne ein Zeichen, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus Bedeutung hat, und zeigen, dass Rücksichtnahme eine Grundpfeiler für eine funktionierende Gemeinschaft ist.