Am 11. Oktober 2015 wird die Wiener Innenstadt zum Schauplatz der faszinierenden Licht & Schatten-Tour. Von 18:30 bis 20:30 Uhr sind alle Interessierten eingeladen, an diesem besonderen Ereignis teilzunehmen. Der Treffpunkt ist die Michaelerkuppel 1 in 1010 Wien. Organisiert wird die Tour vom Atelier Victoria Coeln, unter der fachkundigen Leitung von Sandra Schäfer. Die Veranstaltung ist nicht nur kostenlos, sondern auch barrierefrei und bietet eine Hybridformat, sodass sich Teilnehmende sowohl vor Ort als auch online beteiligen können.
Gemeinsam erkunden die Teilnehmer zeitgeschichtliche Orte in der Josefstadt und erleben die Transformation dieser Plätze in temporäre Lichtkunstwerke. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer begleitenden Befragung zur Haltung von Kunst im öffentlichen Raum sowie zur Teilhabe an Kunst und Demokratie.
Wie wichtig Kunst für die Gesellschaft ist, zeigt sich im gesamten Kontext der Veranstaltung. Denn Licht hat nicht nur positive, sondern auch bedrohliche Konnotationen und verändert Räume ohne deren Substanz zu beeinflussen. Solche Themen stehen im Mittelpunkt der Wiener Lichtblicke, einem Festival, das von NIPAS, dem Nomadischen Institut für politische Kunst und Wissenschaft, seit 2020 organisiert wird. Dieses Festival verwandelt Stadt- und Parklandschaften in kunstvolle Lichtinstallationen, die demokratische Schlüsselthemen präsentieren und dabei die Verbindung von Vergangenheit und Zukunft thematisieren. Laut Wiener Lichtblicke stehen in den letzten Jahren insbesondere die Werte wie Menschenrechte, Zivilcourage, Verfassung und Demokratie im Vordergrund.
Förderung der Teilhabe an Kunst und Kultur
Kulturelle Teilhabe ist ein bedeutendes Anliegen, das über die aktive Teilnahme an Kunstprojekten hinausgeht. Es geht um Empowerment auf individueller Ebene, sozialen Zusammenhalt und politische Mitbestimmung. Eine Untersuchung zeigt, dass kulturelle Teilhabe die gesellschaftliche Teilhabe und die Demokratiefähigkeit erhöht, wie die Politikkultur beschreibt. Bildung spielt eine zentrale Rolle dabei, denn positive Erfahrungen mit Kunst und Kultur sind entscheidend, um Zugang zu diesen gesellschaftlichen Angeboten zu erhalten.
Victoria Coeln und ihre Projekte sind Paradebeispiele für diese Form der Teilhabe. Sie fördert aktiv Partizipation und Interaktion durch ihre Kunst, während sie gleichzeitig mit Institutionen zusammenarbeitet, um die Wahrnehmung von Kunst im politischen Kontext zu untersuchen. Zum Beispiel wird in ihrem Projekt „peaceful revolution“ in Leipzig an die Friedliche Revolution von 1989 erinnert, und sie integriert performative Elemente in die Lichtinterventionen. Dabei legt sie großen Wert auf die Frage, wie ästhetische Erfahrungen in gesellschaftliches Handeln übergehen können.
Die Wiener Lichtblicke zielen darauf ab, individuelle und kollektive Erfahrungen zu fördern und bieten ein breit gefächertes Publikum, das von Kindern über Erwachsene bis hin zu Senior*innen reicht. Es ist eine Einladung an alle, sich aktiv mit Kunst auseinanderzusetzen und ihre Stimme im demokratischen Prozess zu finden. Kunst wird hier nicht nur als ästhetisches Erlebnis verstanden, sondern als ein Medium, das eine zentrale Rolle in der gesellschaftlichen Aushandlung spielt.
Wer an der Licht & Schatten-Tour teilnehmen möchte, muss sich im Vorfeld anmelden. Weitere Informationen dazu und zur Anmeldung sind auf der Webseite des Festivals zu finden: Hier klicken.