Die Stadt Wien hat nach dem verheerenden Jahrhunderthochwasser im September 2023, das die Stadt stark getroffen hat, den Ausbau des Wiental-Kanals angekündigt. Der Kanal soll nicht nur als Hochwasserschutz dienen, sondern auch den Wienfluss vor Verunreinigungen bewahren. Aktuell ist ein Viertel des Tunnels bereits errichtet und bis zum Jahr 2028 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Insgesamt sind bereits 2.225 Meter des Tunnels gegraben, und es wurden über 11.000 Bausteine eingesetzt, darunter 1.854 Tunnelringe und zahlreiche Tübbinge. Der Baufortschritt befindet sich derzeit bei Schönbrunn, während die Tunnelbohrmaschine „Krümel“ zurzeit gewartet wird, um ihre Effizienz sicherzustellen. Diese Wartung umfasst die Reinigung, die Erneuerung des Schneidrads und die Kontrolle der Schweißstellen.
Die Tunnelbohrmaschine „Krümel“ wird in einem 22 Meter tiefen Schacht gewartet und wird voraussichtlich täglich mehrere Meter vorankommen. Dies ermöglicht es, dass die Maschine in ein bis zwei Tagen an einem Wohnhaus vorbeischreitet, was für die Anwohner kaum Auswirkungen haben sollte, da die meisten Bauarbeiten unterirdisch stattfinden. Lediglich punktuelle oberirdische Arbeiten sind zeitlich begrenzt und können Bohrgeräusche verursachen. Um die Sicherheit zu gewährleisten, werden die betroffenen Wohnhäuser begutachtet, Risse dokumentiert und Vermessungspunkte angelegt. Der nächste herausfordernde Abschnitt des Projekts erstreckt sich von der Schönbrunner Schlossallee bis zur Kennedybrücke, wo die Bohrungen in einer Tiefe von 13 Metern stattfinden.
Technische Herausforderungen und Vorbereitungen
Der Bau des Wiental-Kanals ist nicht ohne Herausforderungen. Die wechselnden geologischen Verhältnisse, der begrenzte Platz und zahlreiche unterirdische Leitungen stellen die Ingenieure vor große Aufgaben. Vor Beginn der Arbeiten wurden 110 Probebohrungen und 45 Rammsondierungen bis zu einer Tiefe von 35 Metern durchgeführt, um die Beschaffenheit des Bodens zu analysieren. Dies ist entscheidend, um die Belastbarkeit des Untergrundes zu prüfen und sicherzustellen, dass die Bauarbeiten ohne Komplikationen verlaufen.
Die Wiener Stadtwerke-Gruppe hat bereits umfassende Vorbereitungen getroffen, um die Auswirkungen des Hochwassers zu minimieren und die kritische Infrastruktur zu sichern. Dank der schnellen Reaktionen und der Einsatzfähigkeit der Wiener Linien konnte der öffentliche Verkehr rasch wiederhergestellt werden. Dennoch bleibt der Güterverkehr der Wiener Lokalbahnen Cargo weiterhin stark betroffen, was auf die Dringlichkeit und Notwendigkeit des Wiental-Kanals hinweist. Die Stadtregierung plant, alle bestehenden Kanäle der angrenzenden Bezirke bis 2028 anzuschließen, um eine umfassende Hochwasserschutzlösung zu schaffen.
Information für Anwohner
Für Anwohner und Interessierte gibt es eine Ombudsstelle vor Ort, die für Fragen zur Verfügung steht. Diese bietet nicht nur Informationen zu den Bauarbeiten, sondern auch zu den etwaigen Beeinträchtigungen. Zudem ist ein Infocenter am Gaudenzdorfer Gürtel eingerichtet, das Modelle und aktuelle Updates zum Wiental-Kanal-Bau bereitstellt. Bei Fragen können sich Anwohner unter der Telefonnummer +43 664 158 48 69 oder per E-Mail an info@wkn.wien.gv.at an die Ombudsstelle wenden.
Der Wiental-Kanal ist ein bedeutendes Projekt für die Stadt Wien, das nicht nur der Hochwasserprävention dient, sondern auch zur Verbesserung der Lebensqualität in den angrenzenden Bezirken beitragen wird. Die technischen Herausforderungen werden mit Expertise und Präzision angegangen, wie es Klimastadtrat Jürgen Czernohorsky (SPÖ) lobend hervorhebt. Für alle, die mehr über den Fortschritt erfahren möchten, ist es ratsam, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und sich in der Ombudsstelle zu informieren. Weitere Informationen zum Wiental-Kanal finden Sie auch in den Artikeln auf meinbezirk.at und vienna.at.