Am Freitag, dem 20. Februar 2026, sorgte der „Akademikerball“ in der Wiener Hofburg erneut für Aufregung in der Innenstadt. Wie bereits in den Vorjahren, ging der Ball mit einer Welle von Protesten einher. Zwei größere Protestkundgebungen fanden am Nachmittag statt, um gegen das Event zu demonstrieren, das von vielen Kritikern als internationales Vernetzungstreffen von Rechtsextremen bezeichnet wird. Die Veranstaltung zieht regelmäßig FPÖ-Prominenz an, darunter Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und Wiens Landesparteichef Dominik Nepp, während der FPÖ-Obmann Herbert Kickl nicht anwesend war.

Ab 18 Uhr galt ein Platzverbot am Heldenplatz, um eine Trennung zwischen Demonstranten und Ballbesuchern zu gewährleisten. Die Polizei empfahl den Bürgern, die Innenstadt großräumig zu umfahren, da mit Verkehrsbehinderungen und Umleitungen zu rechnen war. Der erste Protestzug der Plattform „Offensive gegen Rechts“ setzte sich um 17 Uhr vor der Hauptuni Wien in Bewegung, mit dem Motto: „Auf die Straße gegen Burschis & Faschos“. Zu Beginn des Protestes war eine Anzahl von einigen hundert Demonstranten anwesend.

Details zu den Protesten

Eine zweite Kundgebung, die als „Budenbummel“ bekannt ist, startete um 17.45 Uhr am Urban-Loritz-Platz. Diese Demonstration zog ebenfalls mehrere hundert Menschen an und folgte einer umfangreichen Marschroute durch die Stadt. Mehrere hunderte Polizisten aus Wien und anderen Bundesländern waren im Einsatz, um die Sicherheit während der Proteste zu gewährleisten. Die Proteste gegen den Akademikerball sind nicht neu; sie finden bereits seit vielen Jahren statt, wobei die Intensität über die Jahre schwankte. Im vergangenen Jahr verliefen die Proteste relativ ruhig und ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Die Veranstaltung selbst, die seit 2013 unter dem Namen „Akademikerball“ stattfindet und den WKR-Ball ablöst, zieht immer wieder Kritik auf sich. Besonders die Teilnahme von Nationalratspräsident Rosenkranz stößt auf Widerstand seitens der SPÖ und der Grünen. SPÖ-Sprecherin Sabine Schatz äußerte Bedenken zur Legitimität der Veranstaltung aufgrund seiner Anwesenheit, während die FPÖ diese Kritik zurückwies. Die Veranstalter betonen, dass sie nichts gegen gewaltfreie Demonstrationen haben, was auf eine gewisse Bereitschaft hinweist, den Dialog zu suchen, auch wenn die Spannungen oft hoch sind.

Ein Blick in die Zukunft

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Debatten rund um den Akademikerball entwickeln werden. Die gesellschaftliche Auseinandersetzung, die sich um solche Veranstaltungen entfaltet, spiegelt die tiefen politischen Risse in der österreichischen Gesellschaft wider. Die Proteste zeigen, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung nicht bereit ist, derartige Veranstaltungen stillschweigend hinzunehmen und klar Stellung bezieht. Die Diskussion um den Ball und die damit verbundenen Proteste wird sicherlich auch in den kommenden Jahren ein heißes Eisen bleiben.

Für weitere Details zu den Ereignissen des Abends können Interessierte den Artikel auf Kurier und Kleine Zeitung nachlesen. Zusätzlich bietet die Krone interessante Einblicke in die Hintergründe des Akademikerballs und der Proteste.