In der österreichischen Hauptstadt Wien gibt es spannende Entwicklungen in der Hotellerie. Das Hotel Smart Apart wird von der Kette 1912 Hotels übernommen. Diese Übernahme ist nicht nur ein einfacher Besitzerwechsel, sondern auch der Beginn eines ambitionierten Neubauprojekts. Geplant ist eine Erweiterung der Kapazität von derzeit 47 auf rund 117 Zimmer und Apartments. Dieses Hybridmodell kombiniert klassische Hotelzimmer mit Extended-Stay-Apartments und richtet sich vor allem an Geschäftsreisende, Projektteams sowie Gäste mit mittleren bis längeren Aufenthalten. Ein Ziel dieser Maßnahme ist es, auf den Fachkräftemangel in der Hotelbranche zu reagieren, indem effiziente Grundrisse und technologiegestützte Prozesse eine hohe Servicequalität bei geringerer Personalstruktur ermöglichen. Darüber hinaus wird das bestehende Hotel unter der Marke Comfort in Kooperation mit Choice Hotels International geführt, während die neuen Apartment-Einheiten als Quality Suites angeboten werden. 1912 Hotels fokussiert sich auf leistungsstarke Hospitality-Konzepte in Europa, was die Ambitionen in Wien unterstreicht (Quelle).

Die Herausforderung, qualifiziertes Personal zu finden, bleibt jedoch nicht ohne Widerhall in der Branche. Im Rahmen der Diskussion um den Fachkräftemangel wird auch die Einführung der Vier-Tage-Woche als möglicher Lösungsansatz genannt. Steve Heinecke, ein Recruitingexperte für Hotels, äußert allerdings Zweifel an der Wirksamkeit dieser Maßnahme. Er warnt, dass eine Reduzierung der Arbeitszeit zu einem strafferen Arbeitsalltag führen könnte, was möglicherweise die Überbelastung der vorhandenen Mitarbeiter zur Folge hat. Unattraktive Arbeitsbedingungen im Hotelgewerbe erschweren zudem die Ansprache von Fachkräften. In diesem Kontext wird ein Ruf nach politischer Unterstützung laut, um die Situation in der Branche zu verbessern. Eine Diskussion über die Modernisierung des Einwanderungsgesetzes könnte zusätzliche ausländische Fachkräfte in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren (Quelle).

Der Fachkräftemangel in der Gastronomie

Trotz der aktuellen Bemühungen um Lösungen zeigt eine Analyse, dass der Fachkräftemangel in Hotels, Restaurants und Cafés im Juni 2024 stark zurückgeht. So hat sich die Fachkräftelücke im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert: von über 16.000 fehlenden Fachkräften im Juni 2023 auf nur noch 8.800 im Juni 2024. Interessanterweise ist dieser Rückgang weniger durch die Einstellung neuer Fachkräfte verursacht worden, sondern vielmehr durch eine Reduzierung der ausgeschriebenen Stellen, was auf die angespannte wirtschaftliche Situation im Gastgewerbe zurückzuführen ist. Viele Fachkräfte haben während der Coronakrise in andere Berufe gewechselt, was die Personalsituation zusätzlich erschwert. Zudem setzen Betriebe zunehmend auf ungelernte Kräfte, was zwar den Bedarf an Fachkräften senkt, jedoch auch negative Auswirkungen auf die Servicequalität hat (Quelle).

Die Situation wird als „prekär“ beschrieben, da niedrige Einkommen, Zeitdruck und Mehrarbeit die Gewinnung von Fachkräften erschweren. In der Tat mussten 90% der Betriebe ihre Preise erhöhen, während zwei Drittel von sinkenden Umsätzen und Gästezahlen berichten. Der Gewinn der Branche ist um 22% eingebrochen, und die Hoffnungen auf eine Belebung durch die Fußball-EM blieben aus. Dehoga-Präsident warnt, dass viele Betriebe vor dem Aus stehen könnten, wenn sich die Situation nicht bald ändert.

Die Entwicklungen in Wien und die Diskussion um die Fachkräftesituation zeigen, dass die Hotellerie vor großen Herausforderungen steht. Innovative Ansätze sind gefragt, um sowohl die Bedürfnisse der Gäste als auch die der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob die Branche die notwendigen Veränderungen tatsächlich umsetzen kann.