Die Bezirksvertretung Hietzing hat in ihrer jüngsten Sitzung zahlreiche Anträge behandelt, wobei der Fokus auf Verbesserungen im öffentlichen Verkehr lag. Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl von der ÖVP äußerte sich besorgt über die Budgetkürzung für Hietzing und die damit verbundenen Herausforderungen für die Bewohnerinnen und Bewohner. Die Stadt Wien plant, die Bezirksbudgets für 2026 und 2027 auf dem aktuellen Niveau einzufrieren, was in der Bezirksvertretung auf breite Zustimmung stieß. Ein einstimmiger Beschluss wurde gefasst, um eine Übersichtsanzeige im Innenbereich der U4-Station Kennedybrücke einzurichten, die Informationen über die Abfahrten der Linien U4, 56A, 56B, 58A, 58B, 51A sowie der Straßenbahnen 10 und 60 bereitstellen soll. Dies ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt zur Verbesserung der Informationslage für die Fahrgäste.
Zusätzlich wurde beschlossen, die Intervalle der Buslinien 54A und 54B vor Schulbeginn zu verkürzen, was besonders für die Schüler von Vorteil sein wird. Auch Maßnahmen zur Neupflanzung von Sträuchern im Andreas-Rett-Park sowie Nachpflanzungen im Speisinger Wäldchen wurden einstimmig angenommen. Darüber hinaus soll eine Pergola mit Sitzgelegenheiten im Sportbereich am Roten Berg errichtet werden. Die Nutzung der „WienMobil Hüpfer“-Angebote wird ebenfalls geprüft, um fehlende Queranbindungen im öffentlichen Verkehrsnetz zu kompensieren. Ein Resolutionsantrag zur Beibehaltung der ermäßigten Einzelfahrscheine für Senioren wurde mehrheitlich beschlossen.
Der Rechtsstreit um die Verbindungsbahn
Mitten in diesen positiven Entwicklungen gibt es jedoch auch Herausforderungen. Anrainer aus Hietzing klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen den umstrittenen Ausbau der Verbindungsbahn, dem S-Bahn-Abschnitt zwischen Hütteldorf und Meidling. Dieser Streit dauert bereits seit acht Jahren an, und Bürgerinitiativen setzen alles daran, die Neugestaltung der Bahntrasse zu verhindern oder zu ändern. Beschwerden von zwölf Parteien richten sich gegen die 2022 positiv abgeschlossene Umweltverträglichkeitsprüfung und die naturschutzrechtliche Bewilligung. Die Mitglieder der ÖVP-geführten Bezirksvertretung haben eine Bürgerinitiative gegründet, um ein Mitspracherecht im UVP-Verfahren zu erlangen.
Das Projekt soll die Modernisierung des S-Bahn-Abschnitts ermöglichen und einen 15-Minuten-Takt zwischen Hütteldorf und Aspern schaffen. Geplante neue Haltestellen sind die Hietzinger Hauptstraße und die Stranzenbergbrücke; die bestehende Haltestelle in Speising wird ebenfalls modernisiert. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 317 Millionen Euro, doch die geplante Fällung von 1000 Bäumen und die Schaffung von Schallschutzmauern sind umstritten und werden von der Bürgerinitiative stark kritisiert. Diese Maßnahmen könnten den Bezirk zerschneiden und die Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer verringern.
Der Blick in die Zukunft der Mobilität
Im Hintergrund dieser Entwicklungen steht die städtische Vision im STEP 2025, die eine faire, gesunde und ökologische Mobilität zum Ziel hat. Laut dem Wiener Fachkonzept Mobilität sollen bis 2025 80 Prozent der Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder auf dem Rad zurückgelegt werden, während der Anteil des motorisierten Individualverkehrs auf 20 Prozent sinken soll. Diese ehrgeizigen Ziele erfordern eine enge Abstimmung in Verkehrs- und Raumordnungsfragen innerhalb der gesamten Ostregion. Verbesserungen im S- und U-Bahnnetz sind zentral, und tangentiale Straßenbahnen sowie Buslinien sollen Flächen zwischen U-Bahn- und Schnellbahnlinien erschließen, um eine kompakte, aber lebenswerte Stadtentwicklung zu fördern.
Während die Hietzinger Bevölkerung die Entwicklungen im öffentlichen Verkehr begrüßt, bleibt abzuwarten, wie sich der Rechtsstreit um die Verbindungsbahn auf die geplanten Vorhaben auswirken wird. meinbezirk.at berichtet über die Fortschritte, während die Presse die Herausforderungen durch den Rechtsstreit beleuchtet. Die Stadt hat große Pläne – jetzt gilt es, diese auch umzusetzen.