Der Tiergarten Schönbrunn und die Universität Wien haben eine aufregende neue Professur ins Leben gerufen: Ab dem 1. Oktober 2025 wird die Professur für „Zoo Conservation Science“ ihre Arbeit aufnehmen. Im Fokus steht dabei der Ex-situ-Artenschutz, der sich mit der Haltung und Zucht bedrohter Tierarten außerhalb ihres natürlichen Lebensraums beschäftigt. MeinBezirk berichtet, dass die Professorin Angela Stöger-Horwath diese bedeutende Forschungsarbeit leiten wird.
Ein Ziel der Professur ist es, Forschung und Praxis eng miteinander zu verknüpfen. Zoologische Gärten, wie der Tiergarten Schönbrunn, nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein, indem sie als Rückhalt für bedrohte Arten fungieren. „Wir verfolgen einen integrativen Ansatz“, erläutert Stöger-Horwath. Dabei fließen Erkenntnisse aus natürlichen Lebensräumen in die Haltung und Zucht bedrohter Arten ein, während Daten aus den Zoos wichtige Impulse für Schutzmaßnahmen in der Natur liefern. Ab sofort können Interessierte ihre Bewerbungen einreichen, da die Ausschreibung bereits läuft, wie Universität Wien bekanntgegeben hat.
Einzigartigkeit der Professur
Die Professur hat sich ambitionierte Ziele gesetzt. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit modernen Herausforderungen der Tiergärtnerei steht im Vordergrund, insbesondere die tiergerechte Haltung der wilden Arten in zoologischen Gärten. Direktor Stephan Hering-Hagenbeck betont die Einzigartigkeit dieser Professur innerhalb der weltweiten Tiergarten-Biologie. Die Professur wird zunächst auf fünf Jahre angelegt und vom Tiergarten Schönbrunn mit jährlich 100.000 Euro finanziert, um die zukunftsorientierte Forschung zu sichern.
Die Professur wird im Department für Verhaltens- und Kognitionsbiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien angesiedelt. Diese Kooperation zielt darauf ab, wissenschaftliche Grundlagen für den Erhalt gesunder Ex-situ-Reservepopulationen zu schaffen. Die drei zentralen Fragestellungen, die beantwortet werden sollen, sind:
- Kompensation fehlender natürlicher Herausforderungen in zoologischen Gärten;
- Bedeutung sozialer Strukturen für die Haltung und das Management von Ex-situ-Reservepopulationen;
- Vereinbarkeit von Tierschutz und Artenschutz.
„Wir sind erfreut über diese engagierte Zusammenarbeit und sehen großen Wert in der gemeinsamen Arbeit mit dem Tiergarten“, sagt Karl-Heinz Wagner, Dekan der Fakultät für Lebenswissenschaften. Laut 5 Minuten wird die Professur nicht nur die akademische Forschung fördern, sondern auch Studierenden praxisnahe Erfahrungen in der Haltung und Erforschung bedrohter Tierarten bieten.
Mit dieser neuen Initiative positionieren sich der Tiergarten Schönbrunn und die Universität Wien an der Spitze der Bemühungen um den Erhalt der Biodiversität. In einer Zeit, in der Umweltschutz und Artenschutz von größter Wichtigkeit sind, wird diese Professur eine wertvolle Rolle in der zukünftigen Forschung einnehmen.