Die Villa Beer in Wien-Hietzing, ein Meisterwerk der Wiener Moderne, wird ab März für interessierte Besucher geöffnet. Dieses denkmalgeschützte Gebäude wurde zwischen 1929 und 1930 von dem renommierten Architekten Josef Frank für die Familie Beer erbaut und gilt als eines seiner bedeutendsten Werke. Die Villa wird oft in einem Atemzug mit der berühmten Villa Tugendhat in Brünn genannt und steht somit im Fokus eines internationalen Interesses an der Wiener Moderne. Nach einer umfassenden Restaurierung, die von der Villa Beer Foundation geleitet wurde, erstrahlt das Gebäude nun im alten Glanz und fokussiert sich auf die ursprünglichen Raumkonzepte sowie die harmonische Verbindung von Innen- und Außenbereichen.

Besonders bemerkenswert ist der Tag der offenen Tür, der am 8. März stattfinden wird, gefolgt vom regulären Betrieb, der ab dem 11. März mit buchbaren Zeitfenster-Tickets beginnt. Neben den regulären Besichtigungen sind auch kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen geplant, wodurch die Villa Beer zu einem möglichen kulturellen Hotspot avancieren könnte. Ein neu geschaffener Archivraum im Untergeschoss erweitert die Nutzungsmöglichkeiten dieser einzigartigen Architektur.

Der architektonische Wert der Villa Beer

Die Villa Beer wurde als architektonische Antwort auf die Frage „Was ist modern?“, die Josef Frank 1930 bei der Wiener Werkbund-Tagung stellte, entworfen. Sie gilt als Ikone der österreichischen Moderne und verkörpert die innovative Denkweise von Frank und Oskar Wlach. Der Entwurf greift den Raumplan von Adolf Loos auf, interpretiert ihn jedoch in einer freieren, wohnlicheren Form. Die unterschiedlich hohen Räume schaffen eine vielschichtige Raumlandschaft, die durch Bewegung und Blickbeziehungen geprägt ist. Die zentrale Treppe des Hauses inszeniert den Alltag und schafft Orientierung, während die asymmetrische Fassade die komplexe Raumstruktur widerspiegelt.

Die Architektur der Villa folgt einer inneren Logik, die sich nicht nur im Grundriss, sondern auch in der Fassade zeigt. Innen- und Außenräume gehen fließend ineinander über, was ein harmonisches Gesamtbild von Architektur und Ausstattung ergibt. Der Garten wurde nach historischen Plänen rekonstruiert, was zur Attraktivität des Standorts beiträgt.

Josef Frank: Ein Architekt mit visionärem Geist

Josef Frank, geboren am 15. Juli 1885 in Baden bei Wien, war ein österreichisch-schwedischer Architekt und Mitbegründer der Wiener Schule der Architektur. Nach seinem Architekturstudium an der Technischen Hochschule Wien und der Promotion 1910, wurde er einflussreich in der Entwicklung der modernen Architektur. Frank war ein Gründungsmitglied des Wiener Werkbundes und setzte sich für funktionale Formen und sozialen Wohnungsbau ein, wobei er auf Fassadendekor verzichtete und sich auf die Essenz von Raum und Licht konzentrierte. Nach seiner Emigration nach Schweden im Jahr 1933 setzte er seine Karriere fort und fand internationale Anerkennung.

Die Villa Beer ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein lebendiges Zeugnis der Ideen und Konzepte, die Josef Frank in seiner Karriere prägten. Sie trägt zur Wertstabilität des Villenviertels in Hietzing bei, wo die Villenpreise im mehrfachen Millionenbereich liegen und die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Häuser bei etwa 7.350 Euro liegen. Die Restaurierung und Öffnung der Villa Beer wird sicherlich das Interesse an der Wiener Moderne weiter anheizen und möglicherweise neue Besucher anziehen.

Für mehr Informationen zur Villa Beer und ihren Angeboten besuchen Sie bitte die offizielle Seite hier. Weitere Details zu Josef Frank können Sie in seinem Wikipedia-Eintrag nachlesen. Für die neuesten Entwicklungen und Informationen zur Wiedereröffnung der Villa Beer, lesen Sie auch den Artikel auf Ad-Hoc News.