Im Herzen von Hietzing, Wien, erlebt die Villa Beer eine beeindruckende Wiedergeburt. Die umfangreiche Sanierung des Bauwerks, das von den renommierten Architekten Josef Frank und Oskar Wlach in den Jahren 1929/30 erbaut wurde, hat das Ziel, dieses architektonische Juwel für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Lothar Trierenberg, der neue Besitzer, investierte nicht nur fünf Millionen Euro in den Kauf, sondern auch über neun Millionen Euro in die Renovierung. Diese Maßnahme soll die Villa nicht nur in neuem Glanz erstrahlen lassen, sondern auch ihre Geschichte und ihren Charakter bewahren.
Die Villa Beer gilt als bedeutender Wohnbau der zweiten Wiener Moderne und spiegelt Franks humanistische Ansätze wider, die Wohnlichkeit und Lebensqualität in den Mittelpunkt stellen. Die Architektur ist für Julius und Margarete Beer konzipiert und wird als menschenfreundliche Moderne beschrieben, die konventionelle Geschossgrenzen negiert. Große Fensterflächen verschränken Innen- und Außenraum und schaffen ein offenes Raumgefühl. Das Gebäude steht zwischen historischen Großbürger-Anwesen und bietet einen wunderschönen Garten, der nach der Sanierung ebenfalls rekonstruiert wurde, um den offenen Charakter des Hauses fortzuführen.
Die Sanierung und zukünftige Nutzung
Die umfassende Sanierung der Villa Beer erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und dem Architekten Christian Prasser. Ziel ist es, den ursprünglichen räumlichen Zusammenhang wiederherzustellen und spätere Eingriffe rückgängig zu machen. Bei der Renovierung wurden originale Materialien und Gebrauchsspuren weitgehend erhalten, und die Bäder sowie viele originale Elemente blieben erhalten. Die originale Raumabfolge wurde freigelegt, nachträgliche Einbauten entfernt und Öffnungen geschlossen. Durch diese Maßnahmen soll die Atmosphäre des Hauses bewahrt werden.
Nach Jahrzehnten des Leerstands übernahm 2021 die Villa Beer Foundation das Haus. Die offizielle Eröffnung ist für den 8. März 2026 geplant, mit einem Open House, das von 10 bis 18 Uhr stattfinden wird. Ab dem 11. März 2026 wird ein reguläres Programm mit Zeitfenster-Tickets und geführten Rundgängen angeboten. Die geplante Nutzung umfasst Führungen, Veranstaltungen, Forschungsprojekte und Bildungsprogramme, um das kulturelle Erbe und die Architektur der Villa zu würdigen. Im Dachgeschoss werden zudem drei Gästezimmer, eine Küche und ein Bad für Forschende und Gäste eingerichtet.
Ein Ort der Begegnung
Die Villa Beer wird nicht nur ein Museum, sondern auch ein lebendiger Treffpunkt mit Archiv, kulturellen Veranstaltungen und wissenschaftlichen Programmen. Die Geschichte der Villa ist zugleich tragisch: Nach dem Anschluss 1938 endete das Leben der Familie Beer in Wien gewaltsam; einige Mitglieder konnten fliehen, während andere deportiert wurden. Diese Geschichte wird in der geplanten Nutzung der Villa ebenfalls einen wichtigen Platz einnehmen. Tickets für die Veranstaltungen sind ab dem 1. Februar 2026 unter www.villabeer.wien erhältlich.
Die Villa Beer, mit ihren geometrischen Eleganzen und der einzigartigen Architektur, wird somit nicht nur ein Museum für die Vergangenheit, sondern auch ein Ort der Begegnung für die Zukunft. Am 8. März 2026 wird die Öffentlichkeit eingeladen, diese beeindruckende Wiedergeburt zu feiern, und die Besichtigungs-Slots sind bereits ausgebucht, was das große Interesse an diesem architektonischen Meisterwerk unterstreicht. Die Villa Beer ist ein Zeugnis der Wiener Moderne und wird sicherlich viele Besucher in ihren Bann ziehen.