In Hietzing hat das letzte bundesweite Aufnahmezentrum für geflüchtete Ukrainer:innen in der Schloßberggasse seine Pforten geschlossen. Seit Anfang des Jahres 2026 wurden keine neuen Aufnahmeverfahren mehr durchgeführt, mit Ausnahme für besonders schutzbedürftige Personen, solange noch Plätze verfügbar waren. Dennoch bleibt die Unterstützung für die rund 10.000 Ukraine-Vertriebene in Wiens Grundversorgung nicht auf der Strecke. Der Fonds Soziales Wien (FSW) bietet weiterhin Beratungsangebote im Rahmen der Grundversorgung an.

Neuankommende aus der Ukraine haben die Möglichkeit, das „Beratung und Service-Center Geflüchtete und Grundversorgung“ in der Graumanngasse zu nutzen. Hier erhalten sie Informationen und Unterstützung zu Themen wie Verpflegung, Wohnen und medizinischer Versorgung. Besonders hervorzuheben ist die Unterstützung beim Zugang zum Arbeitsmarkt: Durch die verpflichtende Meldung beim AMS (Arbeitsmarktservice) werden die Vertriebene bei der Arbeitsaufnahme gefördert und können an kostenlosen Deutschkursen teilnehmen.

Beratungsangebote in Wien

Für Vertriebene, die individuell wohnen oder von Obdachlosigkeit bedroht sind, bietet die Servicestelle der Grundversorgung in der Inzersdorfer Straße 127, 1100 Wien wichtige Unterstützung. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag, 8:00 bis 15:00 Uhr. Wer einen Antrag auf Grundversorgung stellen möchte, muss einen Beratungstermin unter gvs-termin.fsw.at vereinbaren und einige Unterlagen wie eine Meldebestätigung und Personaldokumente vorlegen.

Die Unterstützung durch die Kirchengemeinschaften, die Notunterkünfte einrichteten, ist ebenfalls wichtig, da sie die Lücke schließen, die durch das Fehlen staatlicher Unterkünfte entstanden ist. Klaus Schwertner von der Wiener Caritas äußert Besorgnis über einen möglichen Anstieg der Erstankömmlinge und weist auf den anhaltenden Streit zwischen Bund und Ländern über Zuständigkeiten und Finanzierung der Erstversorgung hin.

Ausblick auf zukünftige Entwicklungen

Interessanterweise wird die unbewohnte Liegenschaft in Hietzing, die bis April 2022 als Unterkunft für ukrainische Geflüchtete diente, in einen Gemeindebau umgewandelt. Nach dem Auslaufen der Vereinbarung wird das Areal an Wiener Wohnen übertragen. Das Projekt nutzt bereits bebaute Flächen, wodurch keine neuen Flächen versiegelt werden müssen. Konkrete Details zum Baustart und zur Größenordnung des Projektes sind aufgrund der frühen Planungsphase jedoch noch nicht verfügbar.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass trotz der Schließung des Aufnahmezentrums in Hietzing, die Unterstützung für geflüchtete Ukrainer:innen in Wien weiterhin gewährleistet ist. Die Angebote des FSW und der verschiedenen Beratungsstellen bleiben entscheidend, um den Vertriebenen ein sicheres und unterstützendes Umfeld zu bieten, während sie sich in der neuen Heimat zurechtfinden.