In Hietzing wird das letzte Ukraine-Ankunftszentrum in Österreich, das am Hietzinger Schlossberg ansässig ist, bald seine Türen schließen und in einen Gemeindebau umgewandelt. Diese Entscheidung wurde von der Stadt Wien getroffen, um den dringend benötigten leistbaren Wohnraum zu schaffen. Die Vereinbarung mit dem Fonds Soziales Wien (FSW) läuft am 30. April aus, und die Liegenschaft in der Schloßberggasse 8 wird an Wiener Wohnen übertragen. Das Areal umfasst ein siebengeschossiges Hauptgebäude sowie Nebengebäude mit rund 1.500 Quadratmetern und ein weitläufiges Grünareal in der Nähe des Hackinger Schlossparks. Die Immobilie bleibt im Eigentum der Stadt Wien und wird nach Vertragsende in das Portfolio von Wiener Wohnen aufgenommen (meinbezirk.at).

Das Ankunftszentrum diente seit 2023 als Notquartier für ukrainische Flüchtlinge und hat in dieser Zeit 270 Betten bereitgestellt, von denen derzeit 227 belegt sind. Es wird von der Volkshilfe betrieben und bietet nicht nur Notbetten, sondern auch medizinische Abklärung, Erstversorgung und Unterstützung bei Behördengängen. Die Schließung des Zentrums ist für Januar 2026 geplant, was Fragen zur Zuständigkeit für die Erstversorgung der Vertriebenen nach sich zieht. Bund und Länder streiten darüber, wer für die Unterstützung der Geflüchteten verantwortlich ist, während die Ankunftszahlen aus der Ukraine wieder steigen. Im September 2025 kamen beispielsweise 2.000 Menschen nach Österreich. Diese Situation verdeutlicht die Notwendigkeit, nachhaltige Lösungen für die öffentliche Erreichbarkeit und die Infrastruktur zu schaffen, um der Bevölkerung auch kulturelle Räume und Betreuungseinrichtungen zu bieten (falter.at).

Eine neue Zukunft für Hietzing

Die ÖVP Hietzing unterstützt die Umnutzung des Ankunftszentrums und fordert gleichzeitig den Erhalt der Grünflächen. Gemeinderat Michael Gorlitzer betont die Bedeutung einer engen Abstimmung mit dem Bezirk in Bezug auf Verkehrs- und Schulwegsicherheit sowie die Schaffung von Infrastruktur für die Bevölkerung. Diese Forderungen spiegeln die allgemeinen Herausforderungen wider, die mit der Integration von Geflüchteten verbunden sind. Eine bedarfsgerechte Wohnsituation spielt eine entscheidende Rolle für die Integration, doch häufige Unterbringungsformen wie Sammelunterkünfte oder Lager erschweren selbstbestimmtes Wohnen und fördern die Isolation der Betroffenen (bpb.de).

In der Vergangenheit gab es zahlreiche Beispiele für alternative Wohnprojekte, die versuchen, die Situation von Geflüchteten zu verbessern. Innovative Ansätze kombinieren gemeinschaftliches Wohnen mit kulturellen Angeboten, was nicht nur den Wohnraum, sondern auch die soziale Integration fördert. Historisch gesehen zeigt die Unterbringung von Kriegsgefangenen und Vertriebenen in Deutschland, dass kreative Lösungen nötig sind, um sowohl den Bedürfnissen der Geflüchteten als auch der ansässigen Bevölkerung gerecht zu werden.

Ein Blick in die Zukunft

Die Transformation des Ankunftszentrums in Hietzing in einen Gemeindebau könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein. Doch um die Integration der Geflüchteten nachhaltig zu gestalten, sind weitere Maßnahmen und ein Perspektivwechsel notwendig. Die Herausforderungen, die sich aus der Schließung des Ankunftszentrums ergeben, dienen als Weckruf für alle Beteiligten, die Verantwortung für eine inklusive und unterstützende Wohnsituation ernst zu nehmen. Angesichts steigender Zahlen an Geflüchteten aus der Ukraine ist es unerlässlich, dass Bund, Länder und Gemeinden zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden, die sowohl den Bedürfnissen der neuen Bewohner als auch der bestehenden Gemeinschaft gerecht werden.