Die Pallottikirche in Wien-Hietzing wird ab dem 1. März dauerhaft geschlossen. Diese Entscheidung wurde von der katholischen Ordensgemeinschaft der Pallottiner getroffen, die sich aufgrund finanzieller Herausforderungen „an die Grenze des Leistbaren“ sieht. Ursprünglich war die Schließung bereits für vor Weihnachten geplant, wurde jedoch auf Anfang März verschoben. Trotz einer Petition, die 1.100 Unterschriften zur Erhaltung der Kirche sammelte, blieb der Widerstand der Gemeinde erfolglos. Die Kirchengemeinde selbst plant jedoch, sich weiterhin zu treffen und Gottesdienste zu feiern, auch wenn das Gotteshaus nicht mehr als Kirche genutzt werden wird. Der Bezirk wünscht sich, dass das Gebäude als Ort der Begegnung erhalten bleibt, doch es gibt derzeit noch keine Entscheidung des Ordens über die künftige Nutzung des Gebäudes.

Alexander Kaiser, der Initiator der Petition, kündigte die Gründung einer „Post-Pallottihaus-Gruppe“ an. Diese Gruppe wird regelmäßige Treffen und Gottesdienste in privaten Räumen organisieren, um den sozialen Zusammenhalt aufrechtzuerhalten, auch wenn die Kirche nicht mehr zur Verfügung steht. Die Schließung der Pallottikirche ist nicht nur ein lokales Ereignis, sondern spiegelt ein größeres Problem wider, das viele Gemeinden betrifft.

Kirchenschließungen als historisches Phänomen

Die Schließung von Kirchen ist kein modernes Phänomen; sie hat eine lange Geschichte. Prof. Johann Pock, ein Wiener Pastoraltheologe, betont in einem Interview, dass Umnutzung, Aufgabe und Abriss von Kirchen immer wieder vorkamen. Ein aktueller Anlass für seine Überlegungen ist die bevorstehende Schließung der Kirche „Dreimal Wunderbare Muttergottes“ in Wien. Auch hier wird die Gemeinde in die Kirche „Königin des Friedens“ umziehen, da die Sanierung der alten Kirche zu teuer ist. Mit dem Verkauf der Kirche „Dreimal Wunderbare Muttergottes“ wird ein weiterer identitätsstiftender Ort für die Gemeinde verloren gehen.

Die Schließung eines Kirchengebäudes ist oft schmerzhaft für die Gläubigen, da diese Orte mit einer langen Geschichte verbunden sind und zentrale Identifikationspunkte für die Gemeinden darstellen. Die Aufgabe von Kirchen hängt stark mit den verfügbaren Ressourcen zusammen, sowohl hinsichtlich der Anzahl der Gläubigen als auch der finanziellen Mittel. Mit einer sinkenden Mitgliederzahl verringern sich auch die finanziellen Ressourcen der Diözesen, was zu einer hitzigen Diskussion über die Prioritäten führt: Soll man in den Erhalt von Kirchengebäuden investieren oder in pastorale Anliegen?

Ausblick auf zukünftige Entwicklungen

Die Schließung der Pallottikirche wird nicht die letzte ihrer Art sein. Bischofsvikar Dariusz Schutzki äußert die Hoffnung auf einen sensiblen Umgang der zukünftigen Besitzer mit ehemaligen Kirchengebäuden. Er betont die Schmerzhaftigkeit solcher Entscheidungen und die Notwendigkeit, die Gemeinde in diesen Prozessen zu begleiten. Zukünftige Kirchenschließungen in Wien sind wahrscheinlich, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird.

Für weitere Informationen und einen tieferen Einblick in die Thematik der Kirchenschließungen, empfehlen wir die Artikel auf oe24 und ORF Wien. Eine umfassende Betrachtung der historischen und sozialen Dimensionen von Kirchenschließungen findet sich auch auf katholisch.at.