In Hietzing gibt es eine spannende Diskussion um den Hundeauslaufplatz am Roten Berg. Eine lokale Hietzingerin hat die Initiative ergriffen und fordert einen speziellen Bereich für kleine Hunderassen. Der derzeitige Hundeauslaufplatz bietet eine großzügige Fläche von 8.450 Quadratmetern, auf der Hunde ohne Leine und Maulkorb frei herumlaufen dürfen – mit Ausnahme für Listenhunde und als „bissig“ eingestufte Tiere. Diese Freiheit wird jedoch nicht von allen Hundebesitzern geschätzt. Die Anrainerin berichtet, dass Halter kleiner Rassen, wie ihrer eigenen Chihuahua, oft den Platz meiden. Der Grund: kleine Hunde werden häufig von größeren Hunden gejagt, was vielen Haltern Sorgen bereitet.
Um diesem Problem entgegenzuwirken, schlägt die Hietzingerin vor, einen Teilbereich der Anlage speziell für kleine Hunde abzutrennen. Trotz der praktischen Überlegungen betonen die Wiener Stadtgärten, dass der Platz aufgrund seiner Größe sehr geschätzt wird. Aktuell liegen keine Anfragen für eine Unterteilung vor. Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl (ÖVP) erklärt, dass der Platz ursprünglich ohne Zaun angelegt wurde, um den Hunden viel Auslauf zu bieten. In den letzten Jahren hat die Beliebtheit des Platzes jedoch zugenommen, was auch zu Wünschen nach einer Einzäunung von Nicht-Hundehaltern geführt hat. Eine Verkleinerung der Auslaufzone sei nicht geplant, um die Zufriedenheit der Hundebesitzer zu gewährleisten.
Die Rolle von Hundezonen in der Stadt
Hundezonen, wie sie auch in Wien zu finden sind, bieten Hunden im öffentlichen Raum die Möglichkeit, ohne Maulkorb und Leine zu spielen. Diese Zonen sind meist eingezäunt und ermöglichen es Hunden, mit Artgenossen zu interagieren. In vielen Städten sind sie die einzigen Orte, an denen Hunde ausreichend Auslauf finden können. In Wien gibt es in jedem Bezirk mindestens eine Hundezone, insgesamt 126 Zonen mit einer Fläche von 897.445 Quadratmetern (Stand 2008). Die größte dieser Zonen hat beeindruckende 290.000 Quadratmeter, während die kleinste nur 50 Quadratmeter misst.
Besonders in dicht bebauten Gebieten, wie in vielen Großstädten, sind Hundeauslaufgebiete von großer Bedeutung. In Berlin beispielsweise gibt es 12 Hundeauslaufgebiete auf einer Gesamtfläche von etwa 1.250 Hektar. In Hamburg stehen 123 Hundeauslaufzonen mit einer Gesamtfläche von 238 Hektar zur Verfügung. In Österreich ist es jedoch wichtig zu beachten, dass Hunde in öffentlich zugänglichen Parks und auf gekennzeichneten Wiesen an die Leine müssen. In Graz werden bevorzugt eingezäunte Hundewiesen ausgewiesen, um Hunden das Spielen ohne Leine zu ermöglichen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Diskussion um den Hundeauslaufplatz am Roten Berg in Hietzing zeigt, wie wichtig es ist, den Bedürfnissen aller Hundebesitzer und ihrer Vierbeiner gerecht zu werden. Während die Forderung nach einem speziellen Bereich für kleine Hunderassen auf Verständnis stößt, bleibt die Herausforderung, die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen. Es bleibt abzuwarten, wie die Bezirksvorstehung auf die Anregungen der Hietzingerin reagieren wird und ob möglicherweise eine Lösung gefunden werden kann, die sowohl den großen als auch den kleinen Hunden ausreichend Platz zum Spielen bietet.
Für weitere Informationen zu Hundezonen und deren Bedeutung in urbanen Räumen, können Sie die detaillierten Informationen auf Wikipedia nachlesen.
Die laufenden Gespräche und das Engagement der Anwohner sind ein gutes Beispiel dafür, wie Bürgerbeteiligung in der Stadtgestaltung nicht nur die Lebensqualität für Hunde, sondern für alle Stadtbewohner erhöhen kann.