In Hietzing wird’s bald ernst: Die Stadt Wien führt ab Dezember 2025 Anwohnerparkplätze ein. Laut Informationen von Kurier haben die Stellplatzerhebungen der MA 46 eine alarmierende Auslastung von über 90 Prozent in Alt-Hietzing ergeben. Diese hohe Nachfrage an Parkplatzflächen, besonders in der Nähe des beliebten Schönbrunns, hat die Stadt ermutigt, Maßnahmen zur Parkraumbewirtschaftung zu ergreifen.
Die betroffenen Straßen, wo künftig Anwohnerparkplätze geschaffen werden, sind die Wattmanngasse (Abschnitt Trauttmansdorffgasse bis Gloriettegasse), Trauttmansdorffgasse, Woltergasse, Tiroler Gasse sowie der Abschnitt der Gloriettegasse bis zur Maxingstraße. Diese Bereiche benötigen dringend eine Entlastung für die Anwohner, die oft Schwierigkeiten haben, einen Parkplatz zu finden. Besonders betroffen sind Anwohner an Wochenenden, wenn die Parkraumbewirtschaftung nicht gilt und der Druck zusätzlich anwächst.
Parkraumbewirtschaftung und ihre Vorteile
Wie wien.gv.at erklärt, kann Anwohnerparken in Wien in Bezirken mit mehr als 90 Prozent Stellplatz-Auslastung eingeführt werden. Diese Parkplätze sind dann durch spezifische Halte- und Parkverbotsschilder gekennzeichnet. Nur Anwohner mit dem entsprechenden Parkpickerl dürfen dort parken; Fahrzeuge mit Behinderten-Parkausweis sind ebenfalls von Kosten befreit.
Diese Regelungen gelten werktags von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr, jedoch gilt es auch hier, den ansteigenden Parkdruck an Feiertagen und Wochenenden zu berücksichtigen. Daher könnte eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung auf gesamte sieben Tage ein möglicher Schritt in die Zukunft sein.
Wachsende Stadt und Mobilitätswende
Wie in einem Factsheet des Verkehrsclub Österreich aufgeführt, wird die Parkraumbewirtschaftung in Wien seit den frühen 1990ern kontinuierlich erweitert. Das Ziel ist es, den Platz effizient zu nutzen, Suchverkehr zu vermeiden und Einnahmen für eine umfassende Mobilitätswende zu generieren. Dabei hat sich gezeigt, dass durch die seit 2022 auf alle Bezirke ausgeweitete Parkraumbewirtschaftung der Stellplatzdruck spürbar gesenkt werden konnte.
Darüber hinaus ist es bedeutend, dass der Anteil der Haushalte ohne Auto in Wien kontinuierlich steigt. Dies zeigt, dass immer mehr Wienern bewusst ist, wie wichtig alternative Verkehrsmittel sind. Ein rund 12-prozentiger Rückgang der zurückgelegten Pkw-Kilometer unterstreicht diesen Trend.
Somit stellt die Einführung der Anwohnerparkplätze in Hietzing nicht nur eine lokale Lösung dar, sondern ist Teil eines größeren Plans, Wien als lebenswertere Stadt zu gestalten. Die Unterstützung für die Maßnahmen ist parteiübergreifend, was die Umsetzung zusätzlich beflügelt. Der Druck, mit dem sich die Bewohner konfrontiert sehen, verdient es, ernst genommen zu werden – und die neue Parkplatzregelung könnte endlich die erhoffte Entlastung bringen.