In Hietzing gibt es ein Ankunftszentrum für geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer, das sich in der Schlossberggasse 8 befindet. Seit dem 20. Juli 2022 dient dieses Zentrum als Unterkunft und wird durch den Fonds Soziales Wien (FSW) betrieben. Das Areal gehört der Stadt Wien und umfasst ein großzügiges Grünareal, das sich in der Nähe des Hackinger Schlossparks erstreckt. Die Vereinbarung zur Nutzung des Ankunftszentrums endet am 30. April 2026, was die Bezirksvertretung Hietzing veranlasst hat, eine Anfrage zur Nachnutzung des Areals zu stellen. Die Antwort von Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál bestätigt, dass das ehemalige Jugendgästehaus Hütteldorf, ein siebengeschossiges Hauptgebäude mit Nebengebäuden, nach Ablauf der Vereinbarung an Wiener Wohnen übertragen wird. Ziel ist es, leistbaren Wohnraum zu schaffen.
Die ÖVP Hietzing fordert, dass das Areal als Gemeindebau genutzt wird, wobei der Erhalt der Grünflächen und eine Vermeidung weiterer Verbauung im Vordergrund stehen. Zudem wird eine enge Abstimmung mit dem Bezirk für Verkehrs- und Schulwegsicherheit gefordert. Gemeinderat Michael Gorlitzer hebt hervor, dass der neue Bau der Bevölkerung einen Mehrwert bieten sollte, etwa durch Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen oder eine Musikschule. Zudem wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Busintervalle zu erhöhen, um die öffentliche Erreichbarkeit zu verbessern.
Wohnungsangebote in Wien
Woher kommen die Wohnungsangebote für die geflüchteten Menschen? In Wien gibt es eine Vielzahl von Wohnungstypen, die von den Bewohnern genutzt werden können. Dazu zählen Wohnungen am freien Wohnungsmarkt, Genossenschaftswohnungen und Gemeindewohnungen. Wohnungen am freien Markt werden in der Regel über Makler vermittelt, während Genossenschaftswohnungen oft eine Mitgliedschaft in einer Baugenossenschaft erfordern. Gemeindewohnungen, die von der Stadt Wien bereitgestellt werden, sind für viele Menschen eine attraktive und leistbare Option, da sie keine Provision und meist keine Eigenmittel erfordern. Die Vergabe dieser Wohnungen erfolgt „personenstandsgerecht“, was bedeutet, dass maximal ein Wohnraum pro Person zur Verfügung steht.
Die Wohnungssuche kann über verschiedene Kanäle erfolgen, wie beispielsweise Wohnungsanzeigen in Zeitungen oder Online-Wohnungsbörsen. Um einen neuen Mietvertrag abzuschließen, sollten Interessierte darauf achten, dass die Kaution und eventuell anfallende Provisionen ordnungsgemäß dokumentiert werden. Die Mietverträge sind schriftliche Vereinbarungen, die für alle Parteien bindend sind.
Integration und Unterstützung für Migrantinnen
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Unterstützung für Migrantinnen und Migranten in prekären Wohnsituationen. In Wien gibt es spezielle Programme, die Wohnungen für maximal drei Jahre bereitstellen. Diese werden von Sozialarbeiterinnen und Wohnbetreuer*innen begleitet, die regelmäßige Beratungsgespräche anbieten und dabei helfen, Wohnkompetenzen zu vermitteln. Ziel dieser Programme ist es, die Lebensverhältnisse der Menschen zu stabilisieren und sie auf einen Wechsel in eine private Wohnung nach Ablauf der Frist vorzubereiten. Anmeldevoraussetzungen sind unter anderem eine gültige Aufenthaltsgenehmigung und ein Nachweis über den Lebensmittelpunkt in Wien.
Die Unterstützung ist besonders wichtig, da die Integration in die Gesellschaft und der Zugang zu Bildungsmaßnahmen sowie Arbeitsfragen oft mit Herausforderungen verbunden sind. Daher ist es entscheidend, dass geflüchtete Menschen Zugang zu Ressourcen und Informationen haben, um ihre neue Lebenssituation erfolgreich zu meistern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungen in Hietzing und die damit verbundenen Initiativen zur Schaffung von leistbarem Wohnraum sowie zur Integration von geflüchteten Menschen von großer Bedeutung sind. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung, den politischen Vertretern und den sozialen Einrichtungen wird dabei eine wichtige Rolle spielen, um die Lebensqualität für alle Bewohnerinnen und Bewohner zu gewährleisten.