In der Steiermark wurde Ende letzten Jahres ein brisantes Thema öffentlich diskutiert: die Parkplatzsuche für Apotheken. Grazer Apotheken haben eindringlich zusätzliche Parkmöglichkeiten gefordert, da sie unter Umsatzeinbußen leiden und Patient:innen Schwierigkeiten haben, ihre Medikamente abzuholen. Diese Problematik ist nicht nur auf Graz beschränkt, sondern betrifft Apotheken in ganz Österreich. Auch in Wien gibt es unterschiedliche Gegebenheiten, die den Zugang zu Apotheken beeinflussen.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Linden-Apotheke in Hernals, die über eine Nebenfahrbahn verfügt und so eine hervorragende Erreichbarkeit für Autofahrer bietet. Apotheker Mag. Viktor Hafner hebt die Wichtigkeit von Parkplätzen hervor, insbesondere in Randlagen, wo der Zugang für Patient:innen entscheidend sein kann. Im Gegensatz dazu hat die Vindobona-Apotheke im Alsergrund zwar eine zentrale Lage, leidet jedoch unter einem akuten Mangel an Parkplätzen. Apotheker Mag. Thomas Müller-Uri berichtet von den Schwierigkeiten, die er bei der Parkplatzsuche hat, insbesondere wenn es um Lieferungen geht. Ein konkreter Fall zeigt, wie drängend die Situation ist: Ein Patient hatte massive Probleme, einen Parkplatz zu finden, als er dringend Medikamente benötigte.
Parkplatzsituation in Wien
In Floridsdorf hingegen hat die Apotheke Jedlesee den Vorteil eines eigenen Parkplatzes. Dies ist besonders für ältere Kund:innen und Rettungsfahrzeuge von großer Bedeutung. Mag. Betina Halmschlager, die stellvertretende Leiterin, betont die Relevanz des Parkplatzes für die Erreichbarkeit der Apotheke. Auch die Johann Strauss Apotheke in Wieden hat reagiert und eine Haltezone eingerichtet, die kurzfristiges Parken ermöglicht. Apotheker Mag. Manuel Wendl berichtet von den positiven Rückmeldungen der Kundschaft, die diese Neuerung als große Erleichterung empfindet.
Herausforderungen für Menschen mit Behinderungen
Ein weiteres wichtiges Thema, das in diesem Zusammenhang nicht ignoriert werden darf, ist die Erreichbarkeit von Apotheken für Menschen mit Behinderungen. Laut den Informationen des Sozialministeriums können Zusatzeintragungen im Behindertenpass auf Antrag (auch formlos) vorgenommen werden. Voraussetzung ist eine dauerhafte Mobilitätseinschränkung, die die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel unzumutbar macht. Zudem können Personen, die einen Begleitbedarf haben oder Fahrpreisermäßigungen in Anspruch nehmen, ebenfalls von diesen Eintragungen profitieren.
Der Behindertenpass bietet verschiedene Vorteile, wie beispielsweise die Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer, wenn das Fahrzeug für die persönliche Fortbewegung benötigt wird. Diese Regelungen sind im Bundesbehindertengesetz verankert und stellen sicher, dass Menschen mit Behinderungen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Ein wichtiger Aspekt ist, dass die Behörden die dauerhafte Gesundheitsschädigung und deren Auswirkungen auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel prüfen müssen. In Fällen, in denen die Unzumutbarkeit nicht offensichtlich ist, kann ein ärztliches Sachverständigengutachten erforderlich sein, um eine objektive Einschätzung zu erhalten.
Insgesamt zeigt sich, dass die Parkplatzsituation für Apotheken in ganz Österreich ein vielschichtiges Problem darstellt, das nicht nur die Apothekenbetreiber, sondern auch die Patient:innen betrifft. Die Erreichbarkeit für alle Menschen, insbesondere für jene mit Mobilitätseinschränkungen, muss einfacher und effizienter gestaltet werden, um einen barrierefreien Zugang zu gewährleisten.