In Hernals wurde kürzlich die erste Tagung der Bezirksrätinnen und -räte für das Jahr 2023 abgehalten. Am 25. Februar präsentierte Bezirksvorsteher Peter Jagsch (SPÖ) interessante Neuigkeiten, darunter die Rückkehr des beliebten Osterhasen beim Kalvarienbergfest. Ein ganz besonderes Anliegen wurde beim Treffen ebenfalls angesprochen: Die Erarbeitung eines neuen Abfallvermeidungskonzepts (AVK), das darauf abzielt, Abfälle zu vermeiden, Ressourcen zu schonen und die Abfallvermeidung im Alltag zu verankern. Der Bezirk setzt damit einen klaren Fokus auf nachhaltige Maßnahmen, die nicht nur der Umwelt, sondern auch der Gesundheit der Bürger zugutekommen sollen. Weitere Informationen zu dieser Initiative finden Sie in einem Artikel auf meinbezirk.at.
Ein geplantes Klimafest im Oktober, das in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium GRG 17 und der Mittelschule Geblergasse stattfinden soll, wird als weiteres Highlight in der Agenda des Bezirks angesehen. Die Volkshochschule (VHS) Hernals bietet unter dem Titel „Konsum neu denken“ verschiedene Angebote an, darunter Zero-Waste-Kochkurse, Vorträge und Reparaturangebote, die die Bürger zur aktiven Teilnahme anregen sollen.
Videoüberwachung und gesellschaftliche Themen
Ein kontrovers diskutierter FPÖ-Antrag zur Einführung einer Videoüberwachung an der Altstoffsammelstelle in der Pezzlgasse, um illegalen Ablagerungen entgegenzuwirken, wurde mehrheitlich abgelehnt, was zu einem spannenden Austausch unter den Bezirksräten führte. Demgegenüber fand der Antrag der KPÖ/Links zur Umgestaltung einer Sitzbank am Elterleinplatz im Sinne der Initiative „Kein Platz für Partnergewalt“ große Zustimmung. Auf dieser Bank soll künftig die Nummer der Frauenhelpline angebracht werden, um auf das Thema aufmerksam zu machen und Unterstützung anzubieten.
Abfallvermeidung im Einklang mit der EU-Richtlinie
Die Erarbeitung des neuen Abfallvermeidungskonzepts in Hernals steht im Einklang mit der EU-Abfallrahmenrichtlinie (ARRL) 2008/98/EG, die eine fünfstufige Abfallhierarchie festlegt und die Abfallvermeidung als erste Priorität definiert. Diese Richtlinie verfolgt das Ziel, die nachteiligen Auswirkungen von Abfall auf Gesundheit und Umwelt zu minimieren und gleichzeitig den Ressourceneinsatz zu verringern. Die Abfallvermeidung umfasst nicht nur die Reduzierung der Abfallmenge, sondern auch die Verringerung der schädlichen Auswirkungen von Abfällen auf die Umwelt.
Um die Abfallvermeidungspotenziale in kommunalen Bereichen zu untersuchen, führen beispielsweise die Universität Augsburg und beteiligte Städte wie München und Augsburg verschiedene Projekte durch. Diese dienen der Analyse und Bewertung von Abfallvermeidungsmöglichkeiten und unterstützen Kommunen bei der Entscheidungsfindung. Der Leitfaden, der aus diesen Projekten hervorgeht, ist auch online verfügbar und bietet wertvolle Informationen für die Umsetzung effektiver Maßnahmen zur Abfallvermeidung. Weitere Informationen zu diesen Projekten sind auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz zu finden: stmuv.bayern.de.
Langfristige Perspektiven und Ziele
Die Abfallpolitik in Deutschland zielt darauf ab, die Kreislaufwirtschaft zu fördern und dabei natürliche Ressourcen zu schonen sowie Mensch und Umwelt zu schützen. Laut dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) steht die Abfallvermeidung an oberster Stelle. Die Ziele sind eindeutig: Die Verringerung der Abfallmenge, der schädlichen Auswirkungen von Abfall und des Gehalts an schädlichen Stoffen in Materialien und Produkten. Das Abfallvermeidungsprogramm in Deutschland, das auf den Richtlinien der EU basiert, zeigt, dass erfolgreiche Abfallvermeidung oft das Zusammenwirken verschiedener Maßnahmen erfordert.
Die Sensibilisierung der Bevölkerung für einen umweltbewussten Umgang mit Ressourcen und die Untersuchung von Konsumgewohnheiten sind zentrale Punkte, um das Bewusstsein für Umweltprobleme zu schärfen. Potenziale für Abfallvermeidung sind in vielen Handlungsfeldern identifizierbar, und die Priorisierung bestimmter Abfallströme wie Kunststoffverpackungsabfälle und Lebensmittelabfälle zeigt, wo der größte Handlungsbedarf liegt. Weitere Informationen über die Abfallvermeidungspolitik und aktuelle Entwicklungen können auf der Webseite des Umweltbundesamtes nachgelesen werden: umweltbundesamt.de.