Am vergangenen Sonntag versammelten sich rund 70 Freiwillige am Hanslteich in Neuwaldegg, im 17. Bezirk, um sich auf den bevorstehenden Frühjahrseinsatz zur Rettung von Amphibien vorzubereiten. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) organisiert diese wichtige Aktion bereits seit sieben Jahren, und sie ist fester Bestandteil des Hernalser Naturschutzkalenders. Die freiwilligen Helfer werden in den kommenden Wochen hunderte Kröten, Frösche und Molche über stark befahrene Straßen geleiten, um diesen gefährdeten Arten eine sichere Wanderung zu ermöglichen.
Im Frühjahr und Herbst machen sich die Amphibien auf den Weg zu ihren Laichgewässern und zurück. Die Helfer sichern Straßenquerungen ab und setzen dabei die bewährte Zaun-Kübel-Methode ein, um die Tiere sicher zu transportieren. Unter den Freiwilligen waren auch die stellvertretenden Bezirksvorsteherinnen Elisabeth Mössmer-Cattalini und Karin Prauhart sowie die Bezirksräte Christina Steckbauer und Daniel Novotny, die sich aktiv für den Schutz der Tierarten engagieren.
Rückgang der Amphibienpopulationen
Die Situation für Amphibien ist jedoch nicht nur in Wien angespannt. Auch in Bayern sind die Bestände rückläufig, und immer mehr Arten werden in die Rote Liste gefährdeter Tiere aufgenommen. Der Bund Naturschutz (BN) führt in Bayern Sammelaktionen an Straßen durch, die Amphibienlebensräume zerschneiden. Jährlich sammeln über 40 ehrenamtliche Helfer zwischen 5000 und 8000 Amphibien an 12 Wanderwegen. In mehreren Orten, darunter Amberg und Sulzbach-Rosenberg, stehen bereits Zäune zum Schutz der Tiere.
Im Landkreis Amberg-Sulzbach werden jährlich über 600 Arbeitsstunden für den Artenschutz an etwa 5,2 km langen Leitsystemen geleistet. Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen ist evident, denn ohne Hilfsmaßnahmen wären viele lokale Amphibienvorkommen bereits ausgerottet. Es ist besonders besorgniserregend, dass der Gefährdungsgrad bei Arten wie dem Teichmolch, dem Kleinen Wasserfrosch und der Gelbbauchunke gestiegen ist.
Langfristige Lösungen und globale Initiativen
Um den Amphibien eine sichere Querung zu ermöglichen, plant der Bezirk dauerhafte Lösungen, darunter den Bau von Amphibienschutztunneln an der Amundsenstraße und am Hanslteich. Diese Tunnel werden auch anderen Tieren wie Reptilien und Kleinsäugern zugutekommen. Bis zur Fertigstellung der Tunnel bleibt die bewährte Methode der freiwilligen Helfer in Anwendung.
Global gesehen ist der Rückgang zahlreicher Amphibienarten besorgniserregend. Zooverbände und Privathalter im deutschsprachigen Raum setzen sich langfristig für den Erhalt dieser Arten ein. Die Stiftung Artenschutz unterstützt weltweit verschiedene Schutzprojekte für hochbedrohte Arten. Diese Projekte umfassen direkte Schutzaktivitäten, angewandte Forschung sowie Erhaltungszuchten in Verbindung mit Wiederansiedlungsplänen.
Mit der Einrichtung des „Amphibien-Fonds“ zur Finanzierung entsprechender Maßnahmen wird ein wichtiger Schritt unternommen, um den Amphibienschutz aktiv voranzutreiben. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Trägern des Programms verwaltet die Stiftung Artenschutz die Mittel und sorgt dafür, dass die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, um die bedrohten Amphibienarten zu schützen.
Die anhaltenden Bemühungen von Freiwilligen, Organisationen und Stiftungen zeigen, wie wichtig es ist, sich für den Erhalt unserer heimischen Tierarten einzusetzen. Jeder Beitrag zählt, und die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um den Amphibien in Wien und darüber hinaus eine sichere Wanderung zu ermöglichen.