In der Nacht auf Samstag kam es in einem Wohnheim für Asylwerber in Hernals zu einem blutigen Vorfall. Ein 44-jähriger Mann, gebürtiger Syrer, wurde von einem 31-jährigen Somalier niedergestochen. Der Streit, der zu dieser Eskalation führte, begann, als der Syrer fremdes Bettzeug in seiner Schlafstätte entdeckte, nachdem er mehrere Nächte nicht im Heim verbracht hatte. Dies führte zu einem heftigen Konflikt zwischen den beiden Männern, der schließlich in einem Messerangriff endete. Der Somalier stach dem Syrer ein Küchenmesser mit einer etwa 20 cm langen Klinge in die Brust.
Die Polizei wurde alarmiert, nachdem die Betreuer des Wohnheims auf den Vorfall aufmerksam wurden. Der Verletzte erlitt eine drei Zentimeter tiefe Stichwunde und wurde von der Berufsrettung Wien in ein Spital gebracht. Glücklicherweise befindet er sich nicht in Lebensgefahr, konnte jedoch vorerst nicht einvernommen werden. Der Tatverdächtige wurde von Beamten des Stadtpolizeikommandos Ottakring vorläufig festgenommen und wegen Verdachts auf absichtliche schwere Körperverletzung angezeigt. Zudem wurden gegen ihn ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Der Somalier befindet sich derzeit in polizeilichem Gewahrsam.
Hintergrund des Vorfalls
Die Situation in Flüchtlingsunterkünften ist nicht nur in Hernals angespannt. Laut aktuellen Berichten ist die Zahl der politisch motivierten Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte auf den höchsten Wert seit 2017 gestiegen. Im Jahr 2024 wurden bereits 255 Straftaten registriert, was einen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. In Thüringen ist die Lage besonders angespannt, und das Thema spielt eine zentrale Rolle im Wahlkampf zur Landtagswahl im September. Politische Akteure äußern Besorgnis über die steigenden Aggressionen gegenüber Schutzsuchenden.
Die Diskussion über den Anstieg von Gewalt und Konflikten in Flüchtlingsunterkünften in Österreich und Deutschland zeigt, wie wichtig es ist, die sozialen Dynamiken in diesen Einrichtungen zu verstehen. Linke-Politikerin Clara Bünger hat darauf hingewiesen, dass ein Rechtsruck in der Gesellschaft zu einer Stigmatisierung von Schutzsuchenden als Feinde und Eindringlinge führt. Diese Entwicklung könnte auch Auswirkungen auf die Sicherheit und das Wohlbefinden der Bewohner in Asylheimen haben, wie der Vorfall in Hernals eindrücklich zeigt.
Für viele Asylwerber sind solche Konflikte nicht nur ein Zeichen von persönlichem Unwohlsein, sondern auch ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Spannungen rund um das Thema Migration. Der Vorfall in Hernals wirft somit nicht nur Fragen zur individuellen Sicherheit auf, sondern auch zu den grundsätzlichen Herausforderungen, die mit der Integration von Geflüchteten verbunden sind.