In Hernals wird ein bedeutendes Projekt für den Schutz der Amphibien ins Leben gerufen. Ein permanentes Tunnelleitsystem für diese Tiergruppe soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Der Verein Gegen Tierfabriken (VGT) hat bereits seit sieben Jahren die Amphibien-Wanderroute rund um den Hanslteich betreut. Bisher war es notwendig, dass Freiwillige die Amphibien händisch über die Straße bringen mussten, was sowohl für die Tiere als auch für die Helfer eine große Herausforderung darstellte.

Der Bezirksvorsteher Peter Jagsch von der SPÖ hat während einer Demonstration am 25. Februar die Umsetzung der Tunnel bestätigt. Der Bau mehrerer Amphibienschutztunnel in der Amundsenstraße und am Hanslteich wurde von der Bezirksvertretung Hernals beschlossen, um den gefährdeten Tierarten eine sichere Wanderung zu ermöglichen. Die Bauarbeiten sollen nach der Krötenwanderung beginnen und ein Budget von 800.000 Euro steht dafür bereit. Heidi Lacroix, die Projektleiterin des VGT, hat ihren Dank an die Bezirksvorstehung und die Unterstützer ausgesprochen, die dieses Vorhaben ermöglicht haben.

Wichtigkeit der Amphibienschutzmaßnahmen

Die Bedeutung solcher Maßnahmen kann nicht genug betont werden. Straßenbaumaßnahmen, die die Lebensräume oder Wanderwege von Amphibien beeinträchtigen, müssen von den Verantwortlichen kompensiert werden. Dies ist im Bundesfernstraßengesetz verankert, das die Baulastträger zur Verkehrssicherheit und zum Umweltschutz verpflichtet. Amphibienschutzanlagen wie Tunnel oder Zäune sind entscheidend für die Sicherheit von Mensch und Tier an Straßen.

Ein wesentlicher Aspekt ist die ordnungsgemäße Planung und Ausführung dieser Schutzmaßnahmen. Voruntersuchungen sind entscheidend für deren Erfolg. Hierzu benötigen die Planer Daten über das Arteninventar, die Größe der Vorkommen, die Lage der Wanderwege und Lebensräume. Die Wanderbewegungen von Amphibien können stark schwanken, sodass eine zweijährige Untersuchungszeit als Minimum angesehen werden sollte. Jungtiere haben oft unterschiedliche Wanderschwerpunkte, und Veränderungen in der Landschaft können die Wanderbereiche verschieben.

Gestaltung von Tunneln und Zäunen

Damit Tunnel von den Amphibien auch tatsächlich genutzt werden, müssen sie in die Richtung ihres Wanderziels angelegt werden. Der Abstand zwischen den Tunneln sollte idealerweise zwischen 30 und 50 Metern liegen. Zudem sollten die Tunnel einen großen Durchmesser haben, um das Innen- und Außenklima anzupassen. Zuleitungen sind notwendig, damit die Tiere die Tunnel effektiv nutzen können.

Die Umgebung der Schutzanlagen sollte naturnah gestaltet werden, um ein günstiges Mikroklima zu schaffen und die Tiere vor Feinden zu schützen. Zäune, die die Amphibien in Richtung der Tunnel leiten, sollten mindestens 40 cm hoch sein, bei Vorkommen von Springfröschen sogar 60 cm. Dabei ist darauf zu achten, dass Lücken im Zaun vermieden werden, um Kletterhilfen zu verhindern.

Mit diesen Maßnahmen wird ein wichtiger Schritt zum Schutz der Amphibien in Hernals unternommen. Die Umsetzung dieser Projekte ist nicht nur notwendig, um die Artenvielfalt zu erhalten, sondern auch um die Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier und zu Amphibienschutzmaßnahmen auf der Webseite des NABU unter nabu.de.