Der Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf ist auf dem besten Weg, sich zu verändern. Am Donnerstagnachmittag fanden sich zahlreiche Bürger im Amtshaus ein, um am Beteiligungsverfahren zur Umgestaltung des Platzes teilzunehmen. Über 2.600 Menschen haben ihre Wünsche geäußert, was zeigt, wie wichtig dieser Ort für die Anwohner ist. Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) betonte die vielfältigen Anliegen der Bürger, die auf eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität, Sicherheit, Orientierung und mehr Grünflächen abzielen. Diese Umgestaltungsarbeiten sollen bis 2029 abgeschlossen sein.

Die Anwohner wünschen sich großkronige Bäume, begrünte Dächer und Wildblumenflächen – insgesamt 71 Prozent der Teilnehmer stimmten für diese Ideen. Auch der Wunsch nach mehr Schattenbereichen und attraktiven Sitzgelegenheiten wurde laut. Neben wettergeschützten Bereichen, Trinkbrunnen und kostenlosen Toiletten fordern die Bürger auch WLAN und Ruhezonen für Jugendliche und ältere Menschen. Viele empfinden den Platz als unübersichtlich und wünschen sich eine klarere Wegführung sowie barrierefreie, rutschfeste Oberflächen. Darüber hinaus ist es den Bewohnern wichtig, dass der Autoverkehr reduziert und der Fuß- und Radverkehr besser angebunden wird.

Umgestaltung und Sicherheit

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Sicherheit am Franz-Jonas-Platz. Die Bürger fordern stärkere Beleuchtung in den Unterführungen sowie mehr Polizeipräsenz und Sozialarbeiter vor Ort. Positive Rückmeldungen gibt es zum Alkoholverbot, das seit vergangenem Jahr unbefristet gilt und zu einem Rückgang von Beschwerden und strafbaren Handlungen geführt hat. Diese „Erfolgsbilanz“ wird von vielen als Schritt in die richtige Richtung angesehen.

Der Beteiligungsprozess zur Umgestaltung des Platzes war umfassend und dauerte drei Monate. Bürger konnten ihre Ideen über eine Mitgestalten-Website, Workshops, eine Publikumsveranstaltung und einen Ideenmarktstand vor Ort einbringen. Am 5. Februar 2026 findet eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse im Festsaal der Bezirksvorstehung im Amtshaus Floridsdorf statt.

Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung

Die Umgestaltung des Franz-Jonas-Platzes ist nicht nur ein lokales Projekt, sondern spiegelt auch die grundlegenden Prinzipien der Stadtentwicklung wider. Stadtentwicklung umfasst aktive Planungs- und Veränderungsprozesse in Städten und Stadtquartieren. Sie behandelt soziale, ökonomische und ökologische Fragen und erfordert eine aktive Bürgerbeteiligung. Das „Beteiligungsparadoxon“ beschreibt, dass Bürger oft erst spät in Planungsprozesse einbezogen werden, was die Mitgestaltungsmöglichkeiten einschränkt.

Formelle Bürgerbeteiligung ist im Bau- und Planungsrecht geregelt, während informelle Beteiligung flexibler und dialogorientierter ist. Digitale Beteiligung, die seit 2017 verbindlich in der Bauleitplanung ist, ermöglicht es den Bürgern, aktiv an Planungen teilzunehmen. Die Qualität der Bürgerbeteiligung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter Dialogbereitschaft, transparente Informationen und die Mitwirkung aller Betroffenen. In Floridsdorf zeigt das Engagement der Bürger, dass sie bereit sind, aktiv an der Gestaltung ihres Lebensraums mitzuwirken.

Die Umgestaltung des Franz-Jonas-Platzes wird als Leuchtturmprojekt für Floridsdorf bezeichnet und hat das Potenzial, einen lebenswerteren, grüneren und sichereren Ort zu schaffen. Die aktive Teilnahme der Bürger in diesem Prozess ist entscheidend und wird sicherlich einen positiven Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Platzes haben.

Für weitere Informationen zur Thematik der Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung verweisen wir auf die offizielle Webseite der Bürgergesellschaft.