Die bevorstehenden Sperrungen der Schnellbahn-Stammstrecke haben in Perchtoldsdorf, einem Bezirk in Mödling, Niederösterreich, für große Besorgnis gesorgt. Von 4. Juli bis 6. September 2026 wird die Strecke von Wien Floridsdorf bis Wien Praterstern gesperrt, gefolgt von einer weiteren Sperrung von Wien Praterstern bis Wien Hauptbahnhof, die bis Ende Oktober 2027 andauern wird. Diese Maßnahmen könnten für die rund 5.300 Perchtoldsdorfer, die täglich nach Wien pendeln, erhebliche Einschränkungen mit sich bringen.
Besonders der Vizebürgermeister Anton Platt (NEOS) äußerte sich kritisch über die 14-monatige Sperre und bezeichnete sie als Geduldsprobe für die Pendler. Er betont, dass die Sperrungen zu längeren Fahrzeiten, mehr Umstiegen und weniger Planbarkeit führen werden. Auch Bürgermeisterin Andrea Kö (ÖVP) sieht die Gemeinde in ihrer Reaktionsfähigkeit eingeschränkt. Der Gemeinderat hat daher einstimmig eine Resolution an das Land Niederösterreich beschlossen, die Lösungen zur Abfederung der Pendlerproblematik fordert.
Forderungen und Lösungen
In der Resolution werden mehrere Maßnahmen vorgeschlagen, um den Pendlern zu helfen. Darunter fällt die Ausweitung der Kernzone 100 auf Perchtoldsdorf sowie die Einführung einer Schnellbusoffensive, die direkte Busverbindungen zu Umsteigeknoten bieten soll, damit Pendler ohne Zeitverlust zu ihren Zielen gelangen können. Zudem wird eine offene Informationspolitik vor Beginn der Sperre gefordert, um den Fahrgästen klare Informationen zu bieten.
Die Situation könnte auch zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Straßen in und um Perchtoldsdorf führen, was die Probleme für die Pendler zusätzlich verstärken könnte. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, fordert die Bürgermeisterin die Einrichtung einer Task-Force von ÖBB und NÖVOG, um Verspätungen und Ausfälle, die besonders in Spitzenzeiten auftreten, zu vermeiden.
Mobilitätsstudie als wichtige Grundlage
Im Kontext dieser Entwicklungen wird im März 2026 eine umfassende Mobilitätsstudie mit dem Titel „Österreich unterwegs“ gestartet, die ein Jahr laufen soll. Diese Studie, beauftragt vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), ÖBB und ASFINAG, zielt darauf ab, aktuelle und verlässliche Daten über das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung zu gewinnen. Etwa 150.000 Haushalte in ganz Österreich werden eingeladen, freiwillig an der Studie teilzunehmen.
Die gewonnenen Daten sollen helfen, Verkehrsangebote und die Infrastruktur besser an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Bundesminister Peter Hanke betont die Bedeutung der Studie für eine nachhaltige Verkehrsgestaltung und die Mobilitätswende. Die Ergebnisse werden anonymisiert veröffentlicht und sollen als Referenz für zukünftige Verkehrsanalysen und Planungen dienen.
Wie sich die bevorstehenden Sperrungen auf die Mobilität der Pendler auswirken werden, bleibt abzuwarten. Die Maßnahmen und die geplante Mobilitätsstudie könnten jedoch dazu beitragen, die Herausforderungen zu bewältigen und eine langfristige Verbesserung der Verkehrssituation in der Region zu erreichen.
Weitere Informationen zu den Sperrungen finden Sie in dem Artikel von Heute sowie in der Berichterstattung von NÖ24.